Die Bilder im Text sind von Martin Berrang und Markus Zander.
Meine ersten Runden im Training
Helm auf und los geht's
Lillifee frontal
Ist das etwa Leistungsübersteuern?
Thomas hängt 'nen Porsche ab
Lillifee mal von oben
Bis zum nächsten Mal!

Der Slalom um die brennenden Mülltonnen.

 

Und wieder eine Top-Ten Platzierung der Startnummer 600“ oder so ähnlich würde die Heissluft- und PR-Abteilung irgendeines beliebigen Automobilherstellers wohl schreiben, um den Tag Gestern zu feiern. Unserer Lillifee hat das 24-Stunden Rennen offenbar gut getan, unser Motörchen rennt jetzt pestilenz-artig. Mir sind die Paar Tage Pause eher nicht bekommen. Ich bin Gestern, dem eigenen Empfinden nach, rumgefahren wie Mutter Beimers Oma. Aber, bleiben wir bei der Chronologie der Ereignisse.

 

Freitag Abend zum ersten Mal unser neues Quartier bezogen, im „Alten Forsthaus“ in Nürburg. Fahrerlager-Party war leider nicht, weil wir einfach zu spät waren. Aufschlag am Ring gegen 22:30, da haben wir es lieber bei 'nem Cappu und 'ner Cola im Hotel bewenden lassen und haben uns dann zur Ruhe gebettet. Samstag Morgen der erste Schritt vor die Tür... Regen. Örks! Es folgt ein Kurz-Frühstück (irgendwie kamen die Mädels nicht in die Strümpfe) und dann ab ins Lager der Fahrer. Danke übrigens nochmal an Hans-Joachim Schella für den aktuellsten Eifel-Wetterbericht zum Frühstücksei!

 

Dort erstmal das Übliche. Papierabnahme mit anschliessender Fahrerbesprechung. Dort die erste Ansage des Tages: „wir lassen Heute die ersten Drei der V2 aufmachen“. Ich sage jetzt nicht, wer vollmundig diesen Spruch abgelassen hat, würde demjenigen aber empfehlen grossen Worten entweder Taten folgen zu lassen oder ansonsten vielleicht einfach das Backen kleinerer Brötchen zu üben. Ich fand's albern. Danach in die Box und ich bereite mich seelisch, geistig und moralisch auf meine ersten Runden im Nassen mit der Prinzessin vor. Ich erstmal raus und zwei Runden mit Regenreifen gefahren. Äh ja. Mein persönliches Fazit war: ist nicht ganz unlustig, schult die Fahrzeugbeherrschung, könnte man beim Testen mal ausprobieren, 'n trockenes Rennen wäre mir aber deutlich lieber. Dann ist Thomas raus. Auch nochmal zwei nass, dann der Wechsel auf Slicks. Das Team hat wohl erwartet, dass ich dann nochmal auf Zeitenjagd gehe, aber das war mir zu gefährlich. Eine echte Quali-Runde fahren zu müssen, wenn ich nicht weiß, wo die feuchten Stellen sind... so was gibt auch ganz schnell verbogenes Blech. Deswegen ist Thomas dann noch zwei Runden auf Slicks gefahren und gut war's. Thomas (Simon) ist mein neuer Teampartner. Reiner möchte gerne mal etwas Grösseres als einen V2 fahren und deswegen fahren Thomas und ich jetzt zusammen.

 

Turnusmäßig war ich mit „Start fahren“ dran, somit war die Aufgabe klar definiert. Von fast ganz hinten zusehen, dass ich so viele Plätze gut machen kann, wie es geht. In der kurzen Pause zwischen Training und Startaufstellung habe ich dann mein Fahrergeraffel vorbereitet und auch meinen Trinksack befüllt und eingehängt. Dann mit dem Rausfahren in die Startaufstellung gewartet so lange es ging, damit uns auch ja nicht noch ein Schauer auf dem falschen Fuß und auf Schlickes erwischt. In der kurzen Pause war Manfred Hogreve (einer der Fahrer der Sicherheits-Staffel) zum Glückwünschen da und es kamen noch zwei Freunde von mir zu Besuch, Bernd und Horst. Bei so vielen gedrückten Daumen musste das ja was werden.

 

In der Startaufstellung angekommen wird mir schnell klar, dass die Aufgabe nicht ganz einfach wird. Vor mir 2 Yarisse. Die Dinger sind mit unserem V2 recht schwer zu knacken, wenn der Yaris-Fahrer nicht mitspielt. Vom Speed über die gesamte Runde ist Lillifee schneller, aber eben in den Ecken und auf der Bremse. Geradeaus sind wir ebenbürtig. Ok... also muss ich zusehen, dass ich möglichst auf der GP Strecke noch an beiden vorbeikomme. Auf in die Einführungsrunde!

 

Wie ich schon mal an dieser Stelle schrub, ich mag sie nicht, die Einführungsrunden. Ich habe Hans-Joachim und seinen Junior, Sabine Hogreve und Erik Kindermann (von den MSFBlern) gegrüßt und mir dann so langsam das Messer zurechtgelegt. Blöderweise war es stumpf oder ich hatte es nicht richtig zwischen den Zähnen und es ist leicht verrutscht. Eigentlich wollte ich Eingangs Haug-Haken drei Plätze weiter vorne sein. War aber nicht. Ich habe den Start klassisch vergeigt. Einmal V2 Corsa und zweimal Yaris vor mir. Grrrmmmpf! Der Corsa ging recht einfach, weil die Fahrerin auch sehr fair mitgespielt hat. Dann erstmal das Memminger Auto aus unserem eigenen Team durchgelassen, die aus der Box starten mussten. Ich hatte die Hoffnung, dass wir dann zu zweit besser und schneller an den Yarissen vorbeikommen. Pustekuchen. Der erste der beiden hat alles versucht, uns hinter sich zu halten. Ich kann es ja grundsätzlich verstehen. Es war auch nicht unfair. Aber clever war es auch nicht. Hättest Du uns fahren lassen und Dich stattdessen an uns drangehängt, dann hätten wir Dich gezogen und wir hätten den Anschluss an unsere Klasse nicht verloren. So haben wir beide aber 'ne gute Runde hinter dem Yaris verloren bis es endlich geklappt hat. Geklappt hat es schlussendlich bei mir auch nur Dank Dirk Adorf (bzw. wer auch immer zu dem Zeitpunkt auf dem Gallardo saß). Wir haben Eingang Hatzenbach beide dem Gallardo Platz gemacht und dann bin ich hinter dem Gallardo in das gleiche Loch mit rein. Der Yaris hat dann noch einen Konter versucht, den ich aber geblockt habe. Dann war ich weg. Der zweite Yaris-Pilot hat mitgespielt und fair Platz gelassen. Auf zur Jagd auf den Rest unserer Klasse.

 

Das erste richtige Duell war das mit dem Rank-Corsa. Hat Spass gemacht! Er kam immer näher (wo auch immer er HINTER uns herkam) und ich dachte, ich würde ihn nicht halten können. Zu dem Zeitpunkt waren meine Reifen alles andere als optimal. Übersteuern, Untersteuern, beim Einlenken, in den Ecken, beim Rausbeschleunigen, alles zusammen und ohne jede erkennbare Logik. Deswegen habe ich dem Fahrer ein Handzeichen gegeben und habe Eingangs Hohe Acht aufgemacht und ihn durchgelassen. Es bringt nichts die Kiste zu plätten, wenn es nicht geht, geht es nicht. Doch dann kamen die Reifen zurück und wurden immer besser. Ich habe fast eine Runde gebraucht, um wieder in Schlagdistanz zu sein. So was ist ein Kampf um jeden Zentimeter. Ende Start-Ziel habe ich mir die letzten 10 Meter dann auf der Bremse geholt und bin innen durch. Er hat Platz gelassen und sich direkt an mein Heck gehängt. Nun war mir klar, dass er den kleinsten Fehler nutzen würde um wieder durchzugehen. Also musste ich beissen, um den Abstand so schnell wie möglich wachsen zu lassen. Es ging relativ schnell. Von hinten kamen die ganzen Cup-Porsche. Ich hatte Glück und sie liefen immer an Stellen auf, an denen ich kaum Zeit verloren habe, er hatte Pech und der Abstand wurde schnell grösser.

 

Danach war es eigentlich ein einsames Rennen. Ein trockenes, einsames Rennen. Ich führ's nicht aus... der Schlauch... Ihr kennt das schon. Es gab ein Paar „Aha-Erlebnisse“. Das erste müsste so Runde 5 gewesen sein. Der Diekriede e30 318. Eingangs Breitscheid lasse ich einen Seat durch. Unten in der Senke und geradeaus vorm Rechts-Knick Doppelgelb geschwenkt. Im Windschatten des Seat um die Ecke Bergauf und da steht der e30 quer und genau mittig auf der Strecke. Der Fahrer war raus. Der Seat Rechts vorbei, ich Links. Danach saßen wir beide kopfschüttelnd im Auto. Das war knapp, viel Platz war da nicht.

 

Dann kam das Erlebnis, dass dem Bericht Heute seinen Titel gegeben hat. Es muss ein oder zwei Runden nach dem e30 Schreck gewesen sein. Aus dem Bergwerk raus den Hang hoch. Plötzlich traue ich meinen Augen nicht. Im Kesselchen brennt's. Ich dachte im ersten Moment wirklich da steht eine brennende Mülltonne mitten auf der Strecke. Ich war so perplex, dass ich voll auf das Ding zugefahren bin und es fast überfahren hätte. Der brennende Teil einer Unterboden Verkleidung. Dann noch ein brennendes Teil, entweder ein Kunststoff Heckdeckel oder ein Flügel und dann der „Manheim“ Porsche links auf dem Grünstreifen. Lichterloh in Flammen und die Posten rannten von zwei Seiten aus mit Löschern zu ihm. Es war sicher nicht witzig, weder für den Fahrer, noch für die Posten. Aber das Bild dieser brennenden Teile mitten auf der Strecke war schon mehr als bizarr. Die nächste Runde waren die Teile übrigens weg. Ein Dank an die mutigen Posten, die sie weggezerrt haben. Die Teile waren nicht ganz klein und sicher auch gut vorgewärmt.

 

Dann gab es noch ein kleines Erlebnis im Schwalbenschwanz. Die MFSBler mussten auf die andere Seite um dem gestrandeten Porsche dort zu helfen. Blöderweise kamen wir zu Dritt um die Ecke. Zwei Autos, die mich überrunden wollten und ich. Der Posten war halb auf der Bahn als wir ums Eck kamen. Ich habe die Flagge und ihn fast gleichzeitig gesehen. Meine Bremse und seine flinken Füsse haben schlimmeres verhindert. Aber knapp war's.

 

Viel mehr gab es aus meiner Sicht nicht zu berichten. Na ja... meine Arbeitsverweigerung vielleicht. Eigentlich sollte und wollte ich 11 Runden fahren, es wurden aber nur 10. Die Hitze, der „er-war-mal-wieder-weg-Schlauch“, die Tatsache, dass ich wegen des Fusses seit dem 24-Stunden-Rennen kein Konditions-Training mehr gemacht hatte und/oder der zickende Fuss (mein eigenes Basteln mit Tape war nicht ganz so gut)... alles zusammen hat dazu geführt, dass es mir im Auto die letzten drei Runden immer schlechter ging. Ich habe gemerkt, dass ich an den Punkt komme, an dem die Kondition nachlassen würde und habe deswegen beschlossen nach 10 Runden reinzukommen. Nun haben wir kein Funk oder ähnliches im Auto. Der Teamchef meint sowas däht kein Mensch brauchen. „Was macht der denn schon hier?“ konnte ich auf Thomas Lippen lesen, als ich auf die Box zugefahren bin und dann ist er hektisch weggerannt um sein Geraffel anzuziehen. Ich bin aus dem Auto raus, in die Box und habe dann erstmal abgebaut. Das Team war wieder Klasse. Vater Obermeier hat mich gewässert und sich um mich gekümmert, die Jungs haben Wasser beigekarrt und mich betüddelt wie meine Mama. Aber so nach 10 Minuten war alles ok.

 

Thomas hat derweil draussen seine Runden gedreht wie ein Uhrwerk und hat die Position verteidigt. Blöderweise hat mein „unangemeldeter“ Stop uns Zeit gekostet, aber wohl keinen Platz. So wurde es P9 von 16. Nix weltbewegendes, aber an sich völlig in Ordnung. Bloß ich war selber mit mir nicht zufrieden. Mir haben konstant 10 Sekunden gefehlt. Am Auto lag es nicht, die „Hoffmänner“ haben die Prinzessin wie immer top vorbereitet. Es lag an mir und ich weiss nicht warum. Ich habe Heute den ganzen Tag gegrübelt und bin immer noch nicht schlauer. Egal, haken wir es ab... beim nächsten Rennen greifen wir wieder an! Ob ich in zwei Wochen fahren kann, weiss ich noch nicht, eventuell werde ich das nächste Mal erst zum 6-Stunden-Rennen starten.

 

Bis zum nächsten Mal wünsche ich allen, alles Gute und... wir sehen uns grinsend am Ring!

 

Peter

NEXT EVENTS 2009

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