Die Bilder im Text sind von Miri, Martin Berrang, Manfred Hogreve und Erik Kindermann.
Neues vom Ring
Neues aus der Box 24
Thomas Simon am Freitag
Da war er noch ganz...
...immernoch ganz...
...nicht mehr ganz ganz.
Bis in 2 Wochen!

Und der geht ans Team... DANKE JUNGS!

 

Immer wieder Sonntags kommt die Erinnerung...“ da gab es mal so einen Schlager... erinnert Ihr Euch? Heut' sitze ich hier und blicke mal wieder zurück. Zurück auf ein Rennen, dass man eigentlich unter „vergiss es“ und „na ja, zwei Streicher hast Du ja“ abbucht. Aber Heute Morgen ist das Gefühl ein ganz, ganz anderes: es war einer der schönsten Tage, die ich in 20 Jahren Motorsport erlebt habe. Jungs... ich sag's nochmal: Danke! Aber mal von Anfang an.

 

Samstag Morgen Zeittraining... die erste Runde ist 'ne 11:03, die dritte mit 10:49 unsere Quali-Zeit. JA! Genau der Schrei kam als die Bestätigung auf dem Monitor gesehen habe. Ok... bloß ein 13. Startplatz aber in meinem Kopf ist irgendwie ein Knoten geplatzt. Zum ersten Mal seitdem ich in der VLN fahre hatte ich eine völlig freie Runde. Ich musste an zwei Yarissen vorbei, die aber beide mehr als fair mitgespielt haben und mich null Zeit gekostet haben, aber ansonsten war die Bahn frei. Hätte ich in dem Moment in Lillifee gesessen und die hätte den Motor gehabt, dann wäre ich nochmal 10 schneller gewesen. Bestimmt. Ich war also Gestern nicht auf der 600 unterwegs, sondern auf der 629. Prinzessin Lillifee wird schon für das 24-Stunden-Rennen vorbereitet, deswegen. Die Runde war einfach nur gut. Klar geht es schneller, die schnellen Jungs in unserer Klasse beweisen das. Die Runde hat einfach Spaß gemacht... die Motorradfahrer unter den Lesern kennen das,... wenn plötzlich der Rhythmus stimmt, Du grinsen musst und Du anfängst zu „surfen“... so war die Runde. Ohne unnötiges Risiko. Schee war's. Da war dann auch die Runde zwei vergessen, als einer der Falken vor mir heiteres Idealliniensuchen gespielt hat und die Suche mit einem Lackaustausch seiner hinteren und meiner vorderen Stoßstange geendet hat.

 

An dem Punkt nochmal ein Wort an die Posten... in diesem Fall besonders an die im Breitscheid... wenn ein V2 hinter einem anderen Auto Lichthupe macht, egal ob es ein anderer V2 oder ein H Porsche oder sonstwas ist... der Fahrer denkt sich was dabei und will bestimmt nicht nur die Fans grüssen. Selbst wenn das Auto auf der Geraden wegzieht... der Fahrer macht das deswegen, weil er weiß, dass er in der nächsten Ecke auf der Bremse schon wieder dran ist. Bitte, bitte, bitte... Blau hilft bei sowas ungemein!

 

Nach der 3. Runde bin ich jedenfalls in die Box und Thomas wollte nochmal raus. Ist er auch, er ist aber nicht so richtig weit gekommen. Ihr kennt diese Rattersteine in der NGK Schikane? Ihr habt die Durchsage gehört, dass dann während des Rennens dort ungeplant Reifen gestellt worden sind weil die Strecke Auflösungserscheinungen hatte? Wir waren der Grund dafür. Als Thomas aus der Box ist, hatte eines der Autos vor ihm einen dieser Rattersteine rausgerissen und er hat ihn voll erwischt. Was willst Du auch machen, wenn so 'n Ding auf der Bahn liegt? Der Treffer des Steins auf den Unterboden hat die Benzinleitungen abgerissen. Also kam Thomas leckend an die Box zurück und die Jungs mussten zum ersten Mal zaubern. Noch vor dem Trainingsende waren die Leitungen neu verlegt und so konnte Thomas noch eine Runde fahren.

 

Zwischen Start und Rennen kam dann unerwarteter Besuch in die Box, über den ich mich sehr gefreut habe. Seit Gestern weiß ich nun wie Manfred Hogreve aussieht. Einer von den Staffelfahrern, die Kopf und Kragen riskieren, wenn es mal wieder gilt, unseren Schrott zu bergen (und nebenbei noch der Mann von Sabine). Ich bin froh, dass es sie gibt und ich sollte noch froher werden.

 

Thomas (der Stammfahrer der 629) sollte den Startturn fahren, unser dritter Mann (Tobias) bloß eine Runde und ich dann die zweite Rennhälfte. Also auf ins Rennen...

 

Thomas ist sauber gestartet und hat sich bis auf 10 vorgearbeitet. Wie beim letzten Mal stand ich an der Mauer und habe mir die letzten zwei Runden vor dem Wechsel unser Klassenfeld angeschaut und mir den Schlachtplan zurechtgelegt. Ein Pokal wird es wohl dieses Mal nicht, aber 2-3 Plätze kriege ich uns noch nach vorne. Egal... jeder Punkt und jede Runde zählt. Aber dann kommt alles anders. Ich bin vor der Box und rauche meine letzte Zigarette da kommt Conny zu mir. „Dein Auto ist überfällig.“

 

Eigentlich hätte Thomas jetzt das „Pit In“ sehen sollen. Fast im gleichen Moment klingelt AJ's Handy. Thomas ist dran. Er steht bei der grünen Hölle, der Schalthebel ist ab. Nach 30 Sekunden steht der Notfall-Plan. Wir fahren an die Nordschleifen-Einfahrt, AJ legt einen Gang ein, ich bringe das Auto in die Box wo die Jungs mir wieder einen Schalthebel spendieren und dann fahre ich ins Ziel. Geplant und ausgeführt. AJ und ich also mit Wagenheber und Notfall Werkzeug an die Touri-Einfahrt gefahren. Auto hoch und AJ hat den dritten eingelegt. Ich rein, angeschnallt und los geht’s. Sozusagen. Ich wusste gar nicht wie steil es an der Zufahrt ist. Wenn Du versuchst im dritten da anzufahren, dann lernst Du das. „Boah... jetzt nur das Ding nicht abwürgen, sonst ist alles umsonst.“ Egal... es ging und ich habe es bis in die Box geschafft. Vorwärts rein und die Jungs haben losgelegt.

 

Überhaupt möglich gemacht haben die Reparatur aber die Mannen der Staffel. Thomas war ohne Gang und Hebel links auf der Döttinger Höhe gestrandet. Wir hätten keine Chance gehabt so an das Auto zu kommen. Die Staffel hat unseren waidwunden Renner dann bis zur grünen Hölle gezogen und so konnten wir retten, was zu retten war.

 

Das, was ich in der Box gesehen habe, sprengt alles, was ich bis dahin an Einsatz von einem Team für eines seiner Autos erlebt habe. Die Jungs vom Team Hoffmann sind einfach klasse! Ich saß ungefähr 20 Minuten angeschnallt im Auto und habe zugesehen, wie sie geschraubt haben. AJ (der dann mit Thomas im Gepäck wieder in die Box kam), Kolja, Mättes, Markus, Roland... das ganze Team. Ich weiß nicht wie oft ich Flüche gehört habe, weil einer der Jungs sich an den glühend heißen Teilen verbrannt hat. Das Gefummel an Schalthebel und Schaltgestänge geht halt schlecht mit Handschuhen. Es war einfach der Hammer! Du sitzt als Fahrer da drin, ölst so vor Dich hin und Du merkst ganz deutlich wie sehr wir einen Teamsport betreiben. Ohne die Jungs würde Thomas an der Döttinger Höhe Rennen gucken und ich hätte mich schon frustriert umgezogen. Fertig. Schaltknauf drauf, volltanken und ab geht die wilde Fahrt. Wild? Nicht mehr wirklich. Ich fahre um die blecherne Ananas. Aber ich bin es den Jungs schuldig, das Auto ins Ziel zu bringen!

 

Nicht mehr, nicht weniger habe ich vor. Und... ich halte mich aus dem Rennen raus. Wir haben ca. 4 Runden verloren, damit steht für mich fest, dass ich allen und jedem Platz machen werde und mich auf keinerlei Zweikämpfe einlasse. So sah mein Plan aus. Nach ca. 2 Runden kam die Spitze meiner eigenen Klasse von hinten. Und so habe ich mich (soweit es der weitere Verkehr zugelassen hat) an die Jungs drangehängt, nachdem ich sie durchgelassen habe und mir ein Paar Dinge an- und abgeschaut. Das Schwedenkreuz geht fast voll. Der Hammer. Allerdings ist „sicher“ nicht unbedingt die passende Beschreibung des Gefühls in der Magengegend, das man dabei hat. Rolf (Derscheids) Linie im Hatzenbach hätte ich mir gerne mal aus der Nähe betrachtet aber da hat sich leider so ein Porsche dazwischengedrängelt... manchmal ärgerst Du Dich hinterher, wenn Du Platz gemacht hast. Und... du schaust Dir ein bischen die Autos an... dieser Lexus war richtig schön und die Japaner darauf gar nicht mal unflott.

 

Irgendwann komme ich durch den Adenauer Forst und sehe im Metzgesfeld ein Auto aus der V2 verschwinden. Cool! Wenigstens mal einen überholen, wenn ich auch Rundenrückstand habe. In der dreifach-Rechts hänge ich an seinem Heck. Ich denk so bei mir „im Wehrseifen wird er Dich wohl vorbeilassen“. Pustekuchen! Als ich am Ausgang innen rein will rammt er mich fast. Hallo? Eingang Breitscheid bin ich innen neben ihm, er zieht wieder brachial rein. Was ist das denn? Die Ex-Mühle hoch knallt's dann. Zum zweiten Mal an dem Tag und zum zweiten Mal an der gleichen Stelle. Der wird so plötzlich langsamer, dass ich keine Chance habe auszuweichen. Wieso man bergauf bremst muss ich nicht verstehen und werde ich nicht verstehen. Na super. Im Moment des Einschlags in sein Heck sehe ich jede Menge weisse Brocken fliegen. Sein Heck ist nicht weiß, meine Schnauze schon. Sch***. Da sorgen die Jungs dafür, dass ich überhaupt noch fahren kann und zum Dank sorge ich Volldepp für mehr Arbeit! Im Bergwerk macht er Platz und ich bedanke mich mit dem Einfinger-Gruss. Ich schaue aber nicht mehr wirklich hin. Ich beobachte meine Anzeigen um zu sehen, ob ich mir möglicherweise den Kühler beschädigt habe. In die Box fahren und nachschauen lassen? Eigentlich geht es ja um nix und sicher wäre sicher. Aber die Blöse will ich mir nicht geben. Es bewegt sich aber nichts. Alle Anzeigen sind ok und ich sehe nirgendwo Qualm, Wasserdampf oder ähnliches. Also weiter.

 

Und so habe ich mich nur noch darauf konzentriert sauber Platz zu machen und habe jedes Mal an der Brücke auf die Uhr geschaut. Noch 33 Minuten, 22, 11... und mich packt der Ehrgeiz noch eine mehr zu fahren. Diesmal fängt mich kein Porsche bei Null ab! 7 Sekunden vor Ende der Rennzeit fahre ich zum vorletzten Mal Heute über die Linie und beginne meine letzte Runde. Gegen Ende der Runde, so ab PG 2 haben die Posten gewunken, also habe ich zurückgewunken. Erstens wäre es nicht nett gewesen es nicht zu tun und zweitens hab' ich ja grad eh nix besseres vor. Dann die Zieldurchfahrt. Ich habe auf Höhe des Teams den Arm aus dem Fenster getreckt und zum Team gegrüsst. Jungs, der war für Euch! Wir mögen nur 111 im Gesamt gewesen sein und der 14. in der Klasse klingt nach nix. Aber ganz ehrlich... rückblickend habe ich mich seitdem ich Rennen fahre, über kaum ein Ergebnis so gefreut wie über das von Gestern. Es war hart erarbeitet und es war Teamwork vom

allerfeinsten. Danke nochmal an das gesamte Team!

 

Als die Jungs später die von mir eigens angepasste und aerodynamisch optimierte e36 Front gesehen haben, sind sie allesamt in schallendes Gelächter ausgebrochen. Das Schadensbild hatte aber auch irgendwie was seltsames. Es ist schwer zu beschreiben, Bilder habe ich leider keine davon, vielleicht findet ja noch jemand eines?

 

Schade war, dass es nicht zu dem Kampf mit meiner Teamchefin gekommen ist. Iris kam von hinten auf dem neuen V2 Compact unseres Teams und es hätte mir echt Spaß gemacht zu sehen, wer von uns beiden das höhere Tempo über die Distanz geht. Bei uns hat's der Schalthebel verhindert am Compact ein Überdreher Dank „Shortshift“. Ich hoffe, liebe Iris, wir treffen uns nochmal zum Duell, auch wenn Du gar keinen V2 mehr fahren willst!

 

Nun gehen die letzten Vorbereitungen für mein allererstes 24-Stunden-Rennen (zumindest als Fahrer) los. Natürlich auf der Prinzessin. Sie bekommt den Reservemotor des Teams und ich hoffe, dass damit unser „hat keine Leistung“ Genörgel endgültig vom Tisch ist.

 

Apropos 24 Stunden... hat noch jemand zwei Einzelzimmer frei? Samstag Morgen beim Frühstück hat mir die Wirtin der Pension, bei der ich eigentlich unsere Zimmer gebucht hatte eröffnet, dass da wohl irgendwas durcheinander gelaufen wäre. Kurz und gut... ich nix Zimmer. 2 Wochen vor dem Rennen. Geil, oder? Wer also noch was weiß... ich wäre für 'ne Mail oder 'ne kurze PN dankbar! Und noch was zum 24h Rennen...

 

...ich habe vor während des Rennens aktuelle Infos in unseren Blog zu schreiben... wen es also interessiert, wie es der 177 aktuell ergeht: reinschauen, ich freue mich über Besuch!

 

Bis in zwei Wochen zur grossen Paahdy!

NEXT EVENTS 2009

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