Die Prinzessin lauert
Wie gewohnt
Thomas Simon unser "dritter Mann"

Ein persönlicher Ausblick...

Nächste Woche ist es soweit: Mein allererstes 24-Stunden-Rennen als Fahrer: Startnummer 177, Box 16. Einsatzauto ist und bleibt die Prinzessin, allerdings mit neuem, alten Herz. Wir bekommen unseren Motor zurück, den wir bei der Test- und Einstellfahrt gefahren haben und der richtig gut bei Kräften war. Wir, das sind Reiner Bardenheuer, Thomas Simon und ich. Macht ca. 4 x 2 Stunden auf der Piste für jeden von uns. Eine ideale Fahrerpaarung, weil wir drei gleich schnell sind. Vom möglichen Speed liegen wir - bei acht Autos in unserer Klasse - im guten Mittelfeld, rechnen uns aber Vorteile aus, was den Umgang mit dem Material angeht. Keiner von uns ist ein Material-Schinder. Bei einem 24-Stunden-Marathon ist das ein ganz wesentlicher Punkt. Wir sind alle drei in der Lage, auf das Auto aufzupassen und uns aus kritischen Situationen raus zu halten. Ok, Thomas bekommt einen verstärkten Schalthebel und ich das Verbot, Ausgangs Breitscheid näher als 5 Meter auf ein vor mir fahrendes Fahrzeug aufzufahren. In der Nacht wäre es äußerst unpraktisch, ohne Frontscheinwerfer auskommen zu müssen.

 

Da wir unsere Reifen etwas weniger beanspruchen werden, sieht der Plan vor mit einem Satz Reifen 6-8 Stunden zu fahren. Im Langstreckenpokal halten die Vorderreifen ein 4-Stunden-Rennen plus Training (ca. 700 km), die hinteren sogar 2 Rennen plus 2 Trainings. Trotz Heckantrieb werden die Reifen vorne deutlich mehr belastet. Tankstopps sind alle 12 bis 13 Runden vorgesehen, d.h. wir fahren pro „Stint“ ca. 2 Runden mehr als im Langstreckenpokal. Der Grund: wenn wir 5 Stints am Stück so fahren, sparen wir einen Tankstop, also ca. 2 Minuten. Wir werden insgesamt auf ca. 120-130 Runden (3.000 plus x km) kommen, wenn alles glatt läuft und die komplette 24 Stunden Distanz ohne Probleme gefahren werden kann.

 

Den „legendären“ Start-Turn fährt Reiner. Mich nerven Einführungsrunden und Thomas wollte auch nicht gerne den Start fahren. Es mag sein, dass die Stimmung bei den 24 Stunden genial ist und die Begeisterung der Fans ansteckt, aber ich sitze im Auto, will endlich Gas geben und kein Eifel-Sightseeing betreiben. Thomas wird den 2. Stint fahren und ich werde das Auto wohl in der Dämmerung und in die Dunkelheit fahren. Gegen 21:30 Uhr endet mein erster Stint. Planmäßig soll ich „Lillifee“ dann gegen 2:00 Uhr zu meinem Nacht-Turn übernehmen. Danach ist alles graue Theorie, denn bis dahin wird der Plan mit Sicherheit schon Anpassungen erfahren haben.

 

Während des Rennens schlafe ich (soweit ich überhaupt schlafen kann) im Auto. In der Pension zu schlafen, geht während des laufenden Rennens nicht. Wer das Verkehrschaos bei den 24 Stunden kennt, kommt nicht auf die Idee in der knappen Zeit noch irgendwo hinfahren zu wollen. Alles ist geplant, bis hin zum Thema "Essen". Ich weiß jetzt schon, dass es Sonntag Mittag Gulasch mit Nudeln gibt. Meine Schwiegermama hat ihn Gestern und Heute gekocht: 14 kg Gulasch - unser Team wird aus ca. 40-50 hungrigen Menschen bestehen. Teamleitung, Mechaniker, Zeitnehmer, Küchenpersonal, Helfer und Fahrer. Das Team wird ab Mittwoch komplett am Ring sein, die meisten Fahrer reisen allerdings erst am Donnerstag an. Unser Team wird 3 Autos einsetzen - es waren mehr geplant. Doch ist z.B. eines der Autos unseres Teams (ein e36 325) beim letzten Rennen zum Langstreckenpokal komplett zerstört worden. Kernschrott, wie es so treffend heißt.

 

Ich war heute einkaufen und habe noch eine Menge Kleinkram für das Rennen besorgen: Trinkrucksäcke für unser Auto, eine Alukiste, um meine Fahrerausrüstung unterzubringen, sowie jede Menge Stundentenfutter und Müsli, um vor den Turns Kohlehydrate zu bunkern. Und jetzt werde ich meine Fahrerausrüstung vorbereiten. Ich habe alles doppelt: Zwei Fahreranzüge, zwei Helme, zwei Paar Schuhe, zwei Paar Handschuhe, 4 Sätze feuerfester Unterwäsche. Schließlich möchte ich beim Fahrerwechsel nicht in ganz nasse Klamotten schlüpfen müssen. Tagsüber fahre ich in den Kampf-Farben. Nachts, wenn es keiner sieht, mit meiner alten Ausrüstung.

 

Was sonst noch zu erwähnen ist: Ich habe netterweise eine Presse-Akkreditierung für das 24-Stunden-Rennen bekommen, d.h. Ich darf das Pressezentrum benutzen. Ich will versuchen, während des laufenden Rennens, aktuelle Infos zu unseren ganz persönlichen 24-Stunden Dramen in unserem Blog (http://vln600.blogspot.com) zu veröffentlichen. Möglichst mit ein paar Bildern. Mal sehen, ob es klappt.

 

Ich freue mich auf nächste Woche und freue mich natürlich über Besuch! Drückt uns die Daumen und achtet im DSF mal darauf ob Ihr unsere treue Prinzessin seht. Ich werde berichten wie es war!

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