Die Fotos sind von Martin Berrang (Fahraufnahmen) und Miri (Impressionen).
Das neue Team
Parken und posen in der Boxengasse
Die Einführungsrunde
Einführungsrunde die Zweite
Der Kampf mit der 52
Reiner im Karussell

Ein Einstand nach Maß für Prinzessin Lillifee

Einen wunderschönen, guten Sonntag zusammen und willkommen zurück zum Langstreckenpokal! Entgegen aller meiner (persönlichen) Befürchtungen mussten wir Gestern doch nicht alleine Kreise im Käfig fahren. Die oder der ein oder andere hat uns dann doch zugeschaut. Dafür erstmal ein herzliches Dankeschön! Ohne die Fans Rennen zu fahren wäre auch irgendwie doof gewesen. Nun hat sie uns endgültig wieder, die Strecke, die so gefährlich ist, dass man sie offenbar in einen Drahtverhau stecken muss. Schön war's und Zeit war's!


Diesmal keine Eindrücke vom Freitag, denn Freitag war ich nicht da. Ein unaufschiebbarer Termin hat mich daran gehindert. Ich wurde genötigt den neuen (Serien) V8 M3 zu fahren, den ganzen Tag lang. Die Strecke war nicht mit der Nordschleife zu vergleichen, eher Marke „klauen wir doch 'nem Säugling den Schnuller“ aber das Auto ist schon ein Fahrmaschinchen allererster Güte und sorgt für ganz, ganz heftiges Kreisgrinsen. Allerdings...


...bereitete mir das spielen am Freitag dann am Samstag Morgen leichte Probleme. Der Umstieg von 420 V8 PS auf deren 140 war deutlich schwieriger als erwartet. Mein erster Samstags-Kommentar ans Team war: „der Motor zieht keinen Hering vom Teller“. Na ja... wenn Dir jemand über Nacht fast 300 PS klaut... wen wundert's. Und dabei war die Prinzessin richtig gut in Form. Hiermit entschuldige ich mich also nochmal in aller Form bei ihrer Majestät. Majestät war ausreichend bei Kräften, allein der Kutscher war's, ihro Gnaden.


Samstag Morgen 7:00 Uhr im Fahrerlager. Einer der Nachteile, wenn man Freitags nicht da ist, dann muss man den ganzen Orga-Krempel am Samstag erledigen. Papierabnahme, Klamotten abnehmen lassen und überhaupt erstmal den „Renn-Modus“ wiederfinden. 5:20 Uhr aufstehen, 6:15 Uhr Frühstück, 7:00 Uhr im Fahrerlager, 7:45 Uhr Fahrerbesprechung. Manchmal fragt man sich schon, ob man die richtige Sportart gewählt hat. Hallenhalma Turniere fangen garantiert erst Mittags an. Irgendwann sitze ich dann jedenfalls endlich in der Fahrerbesprechung und so ganz allmählich kommt Vorfreude auf. „Schnell“ noch ein Bändchen in original „Lillifee Kampfpink“ gefasst und auf geht’s zum fröhligen Zeitfahren.


Die geneigten Stamm-Leser kennen das von mir... am liebsten werde ich erstmal in Ruhe wach, lausche dem stimmungsvollen, vielzylindrigen Auftakt-Konzert und drehe dann heimlich meine Runden, wenn die anderen schon wieder an den Feierabend denken. Doch wie immer... mir wurde in den Kuchen gepustet (es war diesmal übrigens ein Schokoladen Kuchen). Ich stürze zum Auto, ziehe mich im Laufen an und alle Fahrer in der Box hassen mich. Was bitte kann ich denn dafür, dass unser Auto ganz vorne steht, somit im Mittelpunkt und allen im Weg? Genau. Nichts. Müssten wir nicht 7 Autos auf dem Platz verteilen, der für 3 vorgesehen ist, dann würde es gehen. Heult der VLN die Ohren voll, aber nicht mir!


Raus in die Boxengasse, im Fahren die Gurte nochmal festgezurrt, pinkes Bändchen vorgezeigt und los geht’s. Ja. Ich „beschleunige“ aus der Box. Wie gesagt... mein Hirn ist noch auf 420 PS geeicht und ich habe das Gefühl ich hätte versehentlich das Bobby-Car meines kleinen Neffen bestiegen. Einmal GP, zweimal GP und so langsam bauen die Slicks auch sowas ähnliches wie Grip auf. Also raus in den Dschungel.


In der Hatzenbach fällt mir auf, dass irgendwer die Käfig-Polster wieder eingebaut hat. Jetzt ratet mal, wie ich das bemerkt habe? Egal. Zum Rumheulen ist nachher noch Zeit, wenn ich wieder in der Box bin, jetzt gehen wir erstmal auf die Suche nach der Zeit. Zwei Runden und dann Wechsel auf Reiner, der fährt drei und dann ich den Rest. Dieses war der Plan. Die erste meiner beiden Runden bin ich damit beschäftigt in meinem Gedächtnis zu kramen, was ich wo nochmal gemacht habe, um da oder dort halbwegs schnell um die Kurve zu fahren.


Was auffällt... es sind Fahrer unterwegs, da zieht es einem die Schuhe aus und ich gehöre hier noch nichtmal zu den schnellen Fahrern! Ich knalle fast 'nem SP6 M3 ins Heck, der wohl irgendwo direkt vor der Mutkurve ein Tempo 30 Schild gesehen haben muss. In Runde zwei lasse ich (blöderweise) am Schwedenkreuz 'nen Porsche vorbei, am Aremberg zieht 'n V4 oder V5 BMW sauber innen durch und unten in der Fuchsröhre knallen wir beide dem Kollegen in dem Porsche fast ins Heck als der in der Senke den Anker wirft. Hallo? Jemand zuhause? Dafür, werter Kollege war mein freundlicher Gruss auf der Döttinger Höhe und wenn Du im Adenauer Forst 'n Tick langsamer gewesen wärst, hätte ich Dir Deine hintere Stoßstange abrasiert, nachdem Du mir dann noch so freundlich die Tür zugeknallt hast, weil es ja nicht sein kann, dass Dich 'n V2 aussen überholt. Aber da bist Du wohl auch selber drauf gekommen und konntest Dich dann doch daran erinnern wo das Team Dein Gaspedal versteckt hat! Jedenfalls war plötzlich massig Adrenalin da, eigentlich ideal für noch ein Ründchen aber dann war auf der Döttinger Höhe erstmal Schluss. Vorne liegt viel Schrott und wir müssen alle parken.


Es hat den Frikadelli Porsche, den V8 Star und noch einen Porsche erwischt. Die drei haben heftig Ping Pong an der Leitplanke gespielt. Was mich allerdings sehr nachdenklich stimmt ist das Bild, dass ich sehe als ich dann an der Unfallstelle vorbeirolle. Direkt hinter der Einschlagstelle ist ein Posten und die Sanis ziehen gerade die Trage aus dem Krankenwagen.


Liebe VLN: Es wäre mehr als nett, wenn Ihr uns Fahrer wissen lassen würdet, wie es den Streckenposten geht, die dort gestanden haben! Es ist gut zu wissen, dass es den Kollegen Fahrer Schrägstrich Innen gut geht, aber wir wüssten auch gerne ob bei den Posten alles ok ist!


Auf dem Weg in die Box ist das Adrenalin weg. Ich versuche die Reifen auf dem Stück wieder sauber zu fahren und parke dann so auf der Höhe der Box 13 in der Boxenstrasse. Ich sage dem Team, dass sie die Reifen kontrollieren sollen bevor sie Reiner mit dem Auto wieder rausschicken. Es war unmöglich um die ganzen Trümmer herumzufahren, die da gelegen haben und daher... besser einmal zuviel nachschauen als einmal zu wenig! Reiner hat dann unsere Zeit gesetzt und ich konnte quasi in der letzten Minute des Trainings nochmal eine komplette Runde fahren. Ungezeitet, weil keine Zeit mehr war für die Anlauf-Runde über die Kurzanbindung, aber dafür in aller Seelenruhe und völlig ohne Verkehr. Die Runde hat richtig Spass gemacht und war Genuss pur.


Startplatz 12 von 15. Im Zeittraining waren wir noch 16, aber einer hat es wohl nicht ins Rennen geschafft. Trotzdem sind Reiner und ich nicht frustriert. Weiter hinten zu starten macht es einfacher sich aus allem rauszuhalten und wenn die erste Runde rum ist, dann schauen wir mal. Keiner von uns beiden will den Start fahren, also werfen wir 'ne Münze. Ich verliere und bin somit der Startfahrer. Wir sind uns einig, unsere Taktik lässt sich ganz kurz zusammenfassen: Ärger vermeiden und... abgerechnet wird zum Schluss.


Durch die Unterbrechung und den Zeitverzug herrscht Chaos. Keiner weiss was, niemand hat 'ne Ahnung wann, was losgeht. Ich gehe zur zeremoniellen Vorstart-Entwässerung und sobald ich rauskomme bittet mich meine Teamchefin sehr nachdrücklich doch mein Plätzlein einzunehmen, da der Rest der Box auch gerne in die Startaufstellung fahren möchte. Ja, ja... is' ja gut, ich fahr' ja schon. Also ab, halb rum und dann raus. Hä? Startgruppe 3. Gut zu wissen. Wäre nett gewesen, wenn mir das mal einer gesagt hätte. Erstmal aus der Karre raus und fertig anziehen. Ich wurde ja mehr oder weniger mit runtergelassenen Hosen zum Abfahren genötigt... dann wieder rein und warten auf's Anschnall-Team. Es ist nämlich nicht ganz einfach sich mit HANS selbst anzuschnallen. Tja... es kommt blos keiner. Wie auch... ich stehe ja am Popo der Welt und bis die Jungs dahin gelaufen sind, bin ich wahrscheinlich schon in der dritten Runde. Also: selbst ist der Mann. Geht alles, wenn man nur will. Dann findet mich Reiner doch noch und wünscht mir Glück, kurz darauf folgt Iris, die Teamchefin. Erfreulich ist, durch die ganze Hektik vergeht die Vorstart-Rumsitz-Zeit wie im Flug und es geht schon los. Die Einführungsrunde rollt an.


Ab Antoniusbuche ist freies blasen angesagt. Nix taktieren, kein albernes gasgeben, bremsen, gasgeben, bremsen, etc. pp. Wer auch immer vorne war, hat die Jagd eröffnet und gut. Gut gemacht! Alles andere führt hinten nämlich blos zum Chaos. Als ich auf die Start/Ziel komme, habe ich schon eine kleine Lücke nach hinten. Ich weiss, dass ich auf der GP-Kurz schnell bin, also werde ich die noch ausbauen. Gesagt, getan. Ab Einfahrt Nordschleife brauche ich mich nur noch nach Vorne zu orientieren.


Was dann folgte, würde ich als eine Art Rennslalom bezeichnen. 210 Teams haben das Rennen aufgenommen, 230 waren es noch im Training. Ich schätze mal, dass man um gut ein Viertel dieser 210 Teams irgendwann ein hektisches Ausweichmanöver fahren musste. Schrott ohne Ende. Allein dreimal habe ich ein Auto vor mir abfliegen sehen und musste durch und um die Trümmer kurven. Nebenbei fährst Du dann noch ein bischen Rennen UND achtest noch auf den SP7 ICE, der irgendwann von hinten angerauscht kommt. Es war heftig! Stellenweise sah es auf der Strecke aus wie auf einem Schlachtfeld und nicht wie auf 'ner Rennstrecke. Richtig @*#&%§$ war der Überschlag Eingangs Schwalbenschwanz, der die Fahrbahn blockiert und der erstmal 'nen Rückstau verursacht hat. Da fährst Du Dir die Seele aus dem Hals, um Platz nach hinten zu haben und plötzlich siehst Du die Kollegen wieder formatfüllend im Rückspiegel. Also wieder von Vorne das Ganze. 2 Autos habe ich bewusst und auf der Strecke überholt, Michael Flehmer ist leider Ausgangs Schalbenschwanz abgedrängt und in die Leitplanke geschossen worden (auch auf diesem Wege nochmal gute Besserung an das Auto vom Team Derscheid – denn Michael geht’s gut). Na ja... irgendwann und irgendwie haben Reiner und ich uns jedenfalls von Startplatz 12 schlussendlich auf Platz 7 vorgefahren.


Knapp an 'nem Pokal vorbei aber trotzdem zufrieden. Die erste Zielankunft nach fast 'nem dreiviertel Jahr, kein Kratzer im Auto, die Prinzessin ist gelaufen wie ein Schweizer Uhrwerk und Reiners und meine Zeiten sind von Runde zu Runde schneller geworden. Was willst Du mehr. Starter? Genau. Mehr Starter! Ich habe mich fast zwei Runden lang mit einem Kollegen auf 'nem 318 bekappelt, der Startnummer 52 (er hat das Duell gegen mich übrigens letztendlich gewonnen, Reiner hat ihn dann nach dem Stop aber kassiert). Extrem faires Duell, mir hat es einen riesigen Spass gemacht, ich hoffe Dir auch?! Allerdings... Kollege... was bitte machst Du in der „H“? Komm in die V2, wir brauchen alle mehr Starter in der Klasse! Es kommt noch soweit, dass 'n SP7 Meister wird!


Das war jedenfalls das theoretische Ergebnis. Irgendjemand hat dann wohl mit dem Hütchenspiel begonnen. Wer gegen wen und warum? Sorry, ich weiss es echt nicht. Ich musste dann nämlich Heim. Ich bin also genauso schlau wie ihr. Es kann uns jetzt blos passieren, dass wir 'nen Pokal am grünen Tisch bekommen. Ganz ehrlich... auf solche Pokale kann ich dankend verzichten!


Mir ist da übrigens noch was passiert... da musste ich im Auto selber lachen... es muss so Runde 4 gewesen sein... ich puhle auf der DöHö den Trinkschlauch raus und nehme einen Schluck als ich eine der Bodenwellen erwische. Ich verschlucke mich, muss husten und pruste das Wasser von innen in den Helm und über die Scheibe. Ich habe vorsichtig versucht es mit den Fingerspitzen wegzuwischen... keine gute Idee. Der entstehende Schmier war recht undurchschaubar. Tja... bei allen anderen mag's ein Trockenrennen gewesen sein, ich hatte Wasser auf der Scheibe. Von innen. Aber Gebläse sei Dank, hat sich das Problem irgendwann mehr oder weniger gelöst. Wenn Du also auf das Team geflucht haben solltest Reiner, weil die Jungs die Scheibe nicht geputzt haben... die konnten nix dazu! Ich war's.


Es hat Spass gemacht endlich wieder ein Rennen zu fahren und ich freue mich jetzt auf den nächsten Termin in zwei Wochen. Bis dahin geht’s noch einmal trainieren und dann werde ich Reiner hoffentlich etwas näher kommen als die 15 Sekunden, die uns dieses Mal bei unseren schnellsten Runden getrennt haben.


Also... gute Nacht Euch allen und bis in zwei Wochen am Ring! Ich freu' mich!

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