Fortuna ist ein launisch Weib

Wir schreiben den 15.09.2007. Sechs-Stunden-Rennen. 243 Nennungen, 230 Autos im Zeittraining, 210 Starter im Rennen und schlussendlich 146 Autos im Ziel. Wir waren nicht darunter. Wir sind leider nur sechs Runden weit gekommen, dann ging gleichzeitig alles mögliche schief... aber der Reihe nach.

Freitag Morgen kurz nach Neun hat der Hasenstall an diesem Wochenende das erste Mal Eifel-Luft verbrannt. Ich geb's ja gerne zu... die GP-Strecke ist irgendwie langweilig, aber andererseits einfach ideal um den Spass am Grenzbereich wiederzuentdecken. So habe ich Freitag Morgen meine Kreise gedreht, um mich wieder einzuschiessen. Alles in allem wahrscheinlich so um die 40 Runden. Zum Schluss bin ich wieder durch die Bit-Kurve gerutscht, hab' den Kleinen in der NGK Schikane wieder fast ausgedreht und hab' festgestellt, dass die „Coca Cola“ ganz ohne Reifenstapel eigentlich eine richtig witzige Kurve ist. Es hat wieder Spass gemacht und das war Ziel der Übung. Der Nachmittag konnte kommen.

Als es dann endlich soweit war und ich das erste Mal „raus“ durfte, habe ich festgestellt, dass auf der Nordschleife ein Betrieb war wie bei den Touristenfahrten. Wahnsinn! In der zweiten Runde war auch das Grinsen auf der Nordschleife endgültig wieder da. Ein anderes Fahren als vor dem Einschlag, weniger wahllos und mit weniger Risiko aber dafür ruhiger, runder, flüssiger. Aber was erzähle ich von Einschlägen? Kinderkram. Herbert (Stenger) hätte da eher einen Grund für Nachwehen gehabt. Am letzten Wochenende im „C“ durch einen gebrochenen Flügel mit 240 in die fränkische Botanik geflogen und Freitag Morgen saß er auch wieder mit uns im Auto. Eine 10:33 im Zeittraining und die klare Ansage im Rennen die „30“ zu unterbieten... das nenne ich Kampfgeist! Nichtsdestotrotz war Mick wieder der Schnellste im Zeittraining... auf unserem Auto. Ich bin als erster raus und hab' angesichts des Verkehrs beschlossen, direkt auf die Nordschleife zu fahren und da die Reifen aufzuwärmen und es nicht im Getümmel auf der GP-Strecke zu versuchen. Während der ersten Runde galt es ohnehin erstmal zu schauen ob und wo es feucht ist, der Rennleiter hatte uns ja vor „feuchten Stellen“ gewarnt. Dann eine komplette Runde auf Sicherheit, damit es im schlimmsten Fall eine Zeit gegeben hätte, mit der wir qualifiziert gewesen wären. Das mit der Sicherheit hatte auch Vorteile... ich konnte Sabine Hogreve auf der 179 diesmal grüssen ohne dabei gleich das Auto wegzuschmeissen. Und dann war es an Mick mit neuen Reifen rauszugehen. 10:25 im Training bedeutete Startplatz 5 im Rennen. Eine perfekte Ausgangsituation.

Mick hat nun schon fast traditionell den Start gefahren und sich erstmal aus dem Getümmel rausgehalten. Als dann die ersten Zeiten kamen war klar, dass die V2 mal wieder am Rad dreht. „Langstreckenrennen“? Is' klar. Sechs Stunden Sprint war angesagt (knapp 4,5 Sekunden haben den Ersten und den Zweiten im Ziel getrennt). Zwei Autos vorneweg und dann bedingt durch einige unkooperative Herrschaften der grösseren Klassen im Startgewühl leider ein kleiner Abriss zu den Verfolgern, also auch zu uns. In der zweiten Runde war Mick dann auf vier und hat sich dort häuslich eingerichtet. Bis zur sechsten Runde...

...Mick kommt rein, weil die Hinterachse immer stärkere Geräusche macht. Kurze Analyse der Situation: Einer der Halter im Antriebsstrang ist herausgerissen, mitsamt des Karosserie-Blechs drumherum. Ok... 4. adé aber die Lingmänner haben sofort ihr Schweissgerät klar gemacht. Dann ein Moment Verwirrung, das Team will Mick rückwärts in die Box schieben, aber er versteht das kurzzeitige Fehlen aller Schrauber in seinem Sichtfeld als „weiter geht's“. Er kommt bis zur Boxenausfahrt, dann schlägt die ungesicherte Haube auf. Die Jungs von der Staffel schliessen sie freundlicherweise wieder und er fährt einmal Kurzanbindung wieder zur Mannschaft. Alles ist bereit, Auto hoch und... Öl. Es ist kein Getriebe-, sondern Motor-Öl. Nicht nur, dass der Halter ab ist, nein auch die Ölwanne ist gerissen. Ein Aufsetzer im kleinen Karussell hat sie geschlachtet. Das war's. Wir wollten das Risiko nicht eingehen, dass wir den Motor terminieren, weil es diese Saison ohnehin nur noch um die goldene Ananas für uns geht. Lange Gesichter bei allen.

So haben wir denn unser Geraffel gepackt und ich war mit meiner Frau noch ein wenig Rennen gucken. Aber unfreiwillig Zuschauer zu sein macht einfach keinen Spass. Bis zum nächsten Mal und Montag Abend gibt es noch ein Paar Bilder vom Wochenende!

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