Kai im Training.
Lasst die Spiele beginnen...
Markus greift an.
Start 2. Der Beweis, dass ich mal vor den e90 war... wenn auch nicht lange.
Da war er noch hinter mir...
Markus in seinem zweiten Stint.
Madame la Lillifee... von allen Seiten schön.

Die Bilder im Text stammen von Martin Berrang und Dirk Reiter. Danke dafür!

  

Geburtstagskinder, geteilte Rennen und andere Überraschungen...

 

Wir haben mal wieder fertig. Ein weiteres Rennen der '09er Saison ist rum. P7 von 13. Weil ich doof bin... aber dazu später mehr.

 

Freitag Mittag sind wir am Ring angekommen. Auto ausladen, den halben Hausrat an die Box bzw. in den LKW schleppen und erstmal alle begrüssen. Wir sind wieder da. Und die Eifel begrüsst uns mit Sonne vom Feinsten. So muss das! Ich hatte nämlich explizit Sonne bestellt. Ja, ich war das. 'tschuldigung an alle Verbrannten! Dafür sehe ich Heute selber aus wie ein „englisch“ gebratenes Steak.

 

Ein bischen dummes Zeug erzählen (wir haben uns ja schliesslich eine Weile nicht gesehen), 24-Stunden-Erlebnisse aus erster Hand hören und dann die Telekommunikation in der Automobilität verdröseln. Ab sofort ist Lillifee nämlich telefonisch erreichbar. Das 21igste Jahrhundert der Kommunikation ist bei uns angebrochen, wir können seit Freitach miteinander reden. Wir mit der Box und die mit uns. Wie wir jetzt übrigens wissen... nach hektischer Fehlersuche und unter freundlicher Mithilfe meines Ex-Teams... nur bei eingeschalteter Zündung. Hat 'ne Weile gedauert, bis wir den „Fehler“ gefunden haben.

 

Wenn man Spaß hat, rennt die Zeit und so war es dann soweit, dass Björn und Heiko vor der Box standen. Ich hatte den beiden versprochen, Ihnen mal „die andere Seite des Zaunes“ zu zeigen und das haben wir am Freitag gemacht. War echt lustig mit Euch, Jungs! Und Eure Fan-Kurve am Samstach am Flugplatz war der schlichte Hammer. Dafür ein megabreites Danke-Grinsen! Sabine, ihre Posten-Zwillingsschwester (ich muss gestehen... mir Kalkleiste ist schon wieder der Name entfallen), Manfred und Markus Zander kamen auch noch auf ein Schwätzchen vorbei. Es ist wirklich wie Zuhause sein.

 

Dann die technische- und Papier-Abnahme und wir sind kampfbereit. Fast. „Ich finde Heute was, mach Dir keine Gedanken,“ sprach der Kommisar der Technik zu Markus, der sich, des Sieges sicher, überlegen lächelte. Bis zu dem „Schalt mal das Licht ein“. Irgendjemand hatte alle Birnen aus unseren Rücklichtern ausgebaut. Äh ja. Da guckst Du erstmal etwas sparsam! Aber ein durchaus lösbares Problem. Dann Lilli in den Schlaf gesungen und ab ins Ringhaus, gutes Essen geniessen.

 

Samstag Morgen um 5:30 Uhr jaunert das mobile Tele-Bimmelimm. Mann,... das ist doch keine Uhrzeit! Aufstehen... versuchen die zerknitterte, äussere Hülle in einen passablen Zustand zu versetzen, die Gattin wecken. Während sie sich fertig macht, knüren wir uns in den Feuerfesten und fluchen dann rumsitzenderweise, dass das Ding doch viel zu warm ist. Truppe einsammeln (das Frühstück meiner Frau und meins entfielen wegen leicht sub-optimaler Zeiteinteilung) und die Einfahrt ins Fahrerlager suchen. Ging aber diesmal, der Zufallsgenerator hatte an zwei Tagen hintereinander die gleich Einfahrt vorgesehen. Unserem Geburtstagskind Kai gratuliert, sein symbolisches Geschenk überreicht, Fahrerausrüstung in die Box und ab zur Fahrerbesprechung. Dann brauchst Du fünf Minuten bis Du Deine Unterschrift auf die Liste setzen kannst, sitzt zwei Minuten da drin, hörst Dir drei Sätze an und darfst wieder gehen. Aber Du hörst das Versprechen des Rennleiters, dass die Fahrerbesprechung beim nächsten Rennen wohl schriftlich stattfindet. Immerhin etwas!

 

Zeittraining. Markus fährt mit neuen Michelins raus. GP zum Anfahren, dann eine auf Zeit. P6. Passt. Danach fährt Kai und legt nochmal nach. 10:16, reicht aber zu dem Zeitpunkt nur noch für P9. Die anderen Teams in der Klasse sind ernsthaft auf Zeitenjagd. Wir beschliessen, es gut sein zu lassen. Die Startposition reicht uns, wir liegen vor dem V2 Kampfgetümmel. Reifen für das Rennen schonen ist uns wichtiger. Ich drehe meine Pflichtrunde. 10:31 mit zweimal Gelb. Ich bin zufrieden. Das Rennen kann losgehen.

 

Kai fährt den Start. Eigentlich hatte ich mich darauf eingestellt, dass ich dieses Mal starten würde. Ich bin aber nicht traurig drum, es nicht tun zu müssen. Kai erwischt einen guten Start und fährt von Anfang an richtig gute Zeiten. Er geht durch das Feld wie das berühmte Messer, bis auf P4 nach Vorne. Da ist dann erstmal Ende. Die beiden schwarzen Falken ganz Vorne und der 190er Daimler sind zu weit weg. Markus übernimmt nach 7 Runden und wir fallen erstmal zurück, weil fast alle anderen Teams in der Klasse erst nach 8 Runden stoppen. Dann werden wir durch deren Stops wieder vorgespült. Nun zeigt sich, dass unser Team einen Mega-Stopp hingelegt hat. Wir holen fast eine Minute Dank des Stops auf. Zwei Runden später: rote Flagge. Abbruch. Mist! Erstmal bangen, um den Fahrer des Mamerow Porsche und als die Entwarnung kommt, beginnt das taktische 3d Schachspiel. Es sollen noch eine Stunde und 40 Minuten gefahren werden. Macht für uns ca. 9 Runden (tatsächlich waren es sogar 10 plus die Einführungsrunde). Das könnte knapp werden, was den Sprit angeht. Zuerst tauschen wir mal unsere Reifen, nämlich von Vorne nach Hinten und umgekehrt. Da die Hinterreifen weniger hart rangenommen werden, haben wir jetzt die besseren Gummis Vorne. Theoretisch jedenfalls. Planen wir jetzt noch einen Stop oder nicht? Wir Fahrer diskutieren untereinander. Und wenn wir stoppen, wie? Nur einen Splash & Dash oder mit Fahrerwechsel? Markus will den Re-Start nicht unbedingt fahren, also beschliessen wir, dass ich den Re-Start übernehme und dann im Auto entscheide, was wir machen. Gesagt, getan. Ab in die Startaufstellung, ein Sonnenbad nehmen.

 

Keine Ahnung, wie lange wir da rumgesessen haben. Gefühlt war es mindestens eine Stunde. Man kann auch niemandem einen Vorwurf machen, Bergung und Reparaturen kann man schlecht zeitlich planen und die Sicherheit geht nunmal vor. Es war jedenfalls grausam. Zum einen ist da die Unruhe wegen des bevorstehenden Starts, zum anderen pure Langeweile. Und dann war es heiß, in der prallen Sonne. Irgendwann kommt endlich das „Helfer raus“ Signal. Markus schnallt mich an und es geht in die Einführungsrunde. Ich grüße die Fans und Helfer unterwegs... sicher auch nicht lustig da draussen rumzustehen, ohne dass irgendwas passiert.

 

Döttinger Höhe, Reifen aufwärmen. Der Kollege mit dem e90 vor mir lässt eine riesige Lücke nach Vorne. Die Taktik ist klar. Er will bestimmen, wann es losgeht und mich dann mit seiner Mehr-Power einfach stehen lassen. Vergiss es! Der Rennleiter hat gesagt „eine Wagenlänge“. Also fahre ich nach dem Grid Schild an ihm vorbei. Ich lasse Platz, er kann mich gerne wieder überholen, aber ich habe keine Lust schon in der ersten Runde den Anschluss nach Vorne zu verlieren. Kaum bin ich bei den Autos vor mir angekommen, ziehen die das Tempo an. Nun habe ich einen praktischen Geschwindigkeitsüberschuß und der kommt mir auf der Start-Ziel sehr gelegen. Mein rechter Spiegel berührt fast die Mauer, blos Rechts kein Loch lassen! Haug Haken, die rechte Spur bleibt frei. Vor mir fährt einer durch die Wiese, aber er bleibt auf der Bahn. Einlenken, raustragen lassen, einfädeln. Passt! Der Start war gut! Unfreiwillig gut, Dank der Lücke, aber gut. Aber in der Links wird mir klar, dass der Start uns wohl keinen Vorteil bringen wird. Meine Reifen sind tot. Was auch immer ihnen nicht bekommen ist... das Rumstehen... das nochmal Aufheizen... sie sind tot. Vorne schmiert es nur und es lässt nicht nach. Einer nach dem anderen kacheln die e90 hinter mir an mir vorbei. Vor der Mut-Rechts in der Hatzenbach z.B. der WGB e90 (ich glaube Daniel ist gefahren). Hart aber fair. Ich dachte, ich hätte die Linie abgedeckt, falsch gedacht! AAARRRGGGHHH!!! Ich versuche zu blocken, aber es ist sinnlos. Ich kämpfe mit stumpfen Waffen. Ich kann aus den Ecken nicht genug Schwung mitnehmen, um die Dickschiffe weit genug hinter mich zu bringen, dass sie mich auf den Geraden nicht angreifen können. Selbst zwei der e46 gehen an mir vorbei... irgendwann höre ich über das Mobiltelefon, dass es P9 ist. Toll. Von 4 auf 9. Die beiden Führenden der V2 überholen mich. Jetzt reicht's! Egal was die Reifen sagen... so nicht! Ausgang Hatzenbach ist mein Ex-Teamkollege an mir vorbei, kurz nach dem Schwedenkreuz hole ich ihn mir wieder. Er stellt sich hinter einem Peugeot an und ich überhole beide beim Anbremsen am Aremberg. Als ich in der Senke in der Fuchsröhre nach hinten schaue ist er immer noch hinter dem Peugeot und den beiden fehlen 100 Meter auf mich. Ich sehe den Aust e46 gerade noch am Forst.

 

Ich brauche eine Runde, bis ich am Heck des e46 bin. Er hängt hinter dem e36 325, der am Start noch hinter mir war und beide hinter dem Ladies-Fiesta. Ich suche eine Lücke bei dem e46 aber da ist keine. Eigentlich bin ich auch gerade jenseits von Gut und Böse unterwegs... sagen zumindest meine Reifen. Aber ich will da vorbei! Ich will mir die Plätze zurückholen! Ich beschliesse trotzdem es erstmal ruhig anzugehen. Ich will mal probieren, ob die Reifen sich wieder erholen, dazu müsste ich aber erstmal aufhören, sie zu quälen. Also will ich die Gelegenheit hinter dem Fiesta nutzen und meinen Reifen eine kleine Pause gönnen. Aber dann kreiselt der Fiesta Ausgang Metzgesfeld plötzlich durch den Dreck... keine Ahnung, ob ein Einschlag dabei war. Der e36 geht Links durchs Gras, der e46 Rechts und ich bleibe ganz Links auf dem Asphalt. Der e46 ist hinter mir! Aber schon am Wehrseifen knabbert er wieder an meiner Stoßstange und der e36 zieht einfach weg. Der e46 bleibt bis zum Kesselchen fair hinter mir, aber da ich aus dem Bergwerk vor lauter Rutschen zu wenig Schwung mitnehme setzt er einfach an und fährt im Kesselchen vorbei. 'ne halbe Runde hätte ich den Fiesta vor den beiden gebraucht! 'ne halbe Runde blos! Der Rest der Runde ist einsam bis auf der Döttinger Höhe der 190er Mercedes aus unserer Klasse in der Ferne verschwindet. Gut, dann eben den! Ganz nebenbei zeigt mein Laptimer eine 10:23. Mann,... wenn ich blos mehr Grip hätte! In der Bit-Kurve bin ich fast in Schlagdistanz, dann zieht er mir leicht davon. Vor der NGK gehe ich nach Links und zeige ihm, dass ich angreifen werde. Er versucht mich mit einem späten Bremspunkt vom Gegenteil zu überzeugen, aber es nutzt nix. Wenn ich ansetze, greife ich auch an. Punkt. Ich bin noch später auf der Bremse und schiesse vorbei... allerdings war ich einen Tick zu spät und muss ein kleines Stück geradeaus. Dadurch schneide ich ihm den Weg ab und wir berühren uns ganz leicht. Sorry, war keine Absicht! Es gelingt mir mich millimeterweise von ihm abzusetzen und in der Fuchsröhre weiss ich, dass ich ihn habe.

 

Ab dem Punkt sitze ich im Auto und überlege, was ich jetzt mache. Mit einem Splash & Dash durchfahren oder nochmal auf Markus wechseln und hoffen, dass er bessere Zeiten fahren kann. Ich rufe in der Box an und sage ihnen, dass Markus sich fertig machen soll. Mein Fehler.

 

Das Team hat wieder einen super Wechsel hingelegt aber das Rennen war damit für uns durch. Markus konnte mit den Reifen auch nicht mehr wesentlich schneller fahren als ich... es lag also nicht an mir. Tja... dumm gelaufen! Wir hatten noch kurz die Hoffnung, dass die anderen V4 auch alle nochmal reinkommen müssten, aber die, die kamen haben alle blos getankt. Einige sind durchgefahren. Damit war der 190er (der auch tanken musste) 1:30 vor uns und unerreichbar. Mein Angriff war also schlussendlich umsonst. In der Addition der beiden Rennen war es P7.

 

Nun könnte man das ja zum Anlass nehmen unzufrieden zu sein... könnte man. Bin ich aber nicht! Das Rennen mit Kai und Markus als Teampartner hat einen riesen Spaß gemacht. Lillifee war sauschnell, das Team hat zwei richtig gute Stops hingelegt und ich habe 'ne 10:23 auf Schlickes gefahren, die einfach und schlicht tot waren. Schade blos, dass ich einen taktischen Fehler gemacht habe. Ohne den Zeitverlust beim Stop wären der Dolate e46 und der zweite Schwarze Falke in Schlagdistanz gewesen. Aber ich hatte es nunmal so entschieden und kann es jetzt nicht mehr ändern. Wie der Weise richtig sagt: hinterher ist man immer schlauer.

 

Für mich bleibt als Fazit, dass es ein tolles Rennen war (mit Ausnahme des Unfalls) und dass ich mit sehr fairen Gegnern auf Augenhöhe kämpfen konnte. Herz, was willst Du mehr? Achso... und mein persönliches Saisonziel habe ich auch erreicht. Ich wollte dieses Jahr die 10:25 schaffen... mehr hätte ich mir selber ehrlich gesagt nicht zugetraut. Nun ist es 'ne 10:23 und ich glaube, dass ich auch 'ne 10:15 fahren kann, wenn ich mal eine Runde sauber zusammenbekomme. Schauen wir also mal, was die Zukunft noch bringt.

NEXT EVENTS 2009

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