Kai im Training
Startrunde
"Ein Blinker kostet..."
Markus gibt Gas...
...und surft durchs Feld
Ich kann auch fliegen
We'll be back!

Die Bilder im Text stammen von Martin Berrang und Dirk Reiter. Danke dafür!

 

Das Trio Infernale ist nicht ganz dicht.

 

Was? Genau. Dieses Wochenende waren wir das erste Mal zu Dritt. Ein höllisch lustiges  Fahrer-Trio. Markus (Arndt) unser „junger Wilder“, der Scheffe-Conny („'ne 10:15 geht mit dem Auto“) mit zwei 10:10er Runden Lügen gestraft hat. Kai (Birnbach) der wandelnde BMW Ersatzteilkatalog, mit 10:17 nicht wesentlich langsamer. Und ich, der dieses Wochenende mit 10:29 endlich die magische 30er Schallmauer geknackt hat, als offizieller Prinzessinnen Bremsklotz. Trotz dieser quasi Fabelzeiten waren wir aber eher die tragischen als die strahlenden Helden. Einer banalen Dichtung an Lillifees Hinterachse sei Dank.

 

Die erste Version dieses Berichts begann mit einem detaillierten Einblick in das spannende Thema „Freitagsfahrten in der VLN“. Der Teil ist jetzt leider der Zensur zum Opfer gefallen. Nachdem ich selbst gähnen musste, als ich es nochmal gelesen habe. Somit beschränken wir uns auf das Wesentliche!

 

Das Rennen. P7 im Training. Kai hat vorgelegt. Hmmm... wer ist dieser Kai eigentlich? Eigentlich hat Kai 'nen eigenen V4 325 und eigentlich ist er der Gegner im eigenen Team. Ursprünglich wollte er dieses Wochenende ja auch gegen uns antreten. Wohlgemerkt mit einem „Kill Barbie“ Aufkleber am Heck und uns nach Strich und Faden eintüten. Doch dann stand er ohne Team-Kollegen da und unser Teamchef hat weise vorgeschlagen, doch die Kräfte zu bündeln. Kai hat sich noch ein wenig geziert und schlussendlich zugesagt. Mich hat's gefreut. Nicht nur, dass Kai schnell 325 fahren kann, nein. Wenn irgendwas kapputt geht hört man in Box 24 aus dem Hintergrund auch immer eine Stimme: „353 Euro 90“. Kai. Kai kennt die BMW Preisliste auswendig. In den letzten andertalb Jahren hat er so oft von Mietfahrern seinen 325 geschrottet bekommen, dass er der perfekte Renn-Schadens-Schätzer geworden ist. Wo ist da der Vorteil? Ganz einfach: er macht nix kapputt. Er weiss ja, was es kostet. Wo war ich? Ach so,... „Kill Barbie“. Tja. Nun hat ihn also der Schicksalsschlag schlechthin ereilt und er war einer von uns.

 

Die Rennaufteilung war vorher klar. Kai fährt den ersten Turn, Markus den zweiten und ich ins Ziel. Damit war ich den Start los. Während Kai unsere Prinzessin in die Startaufstellung gefahren hat, war ich zu Fuß auf dem Weg dahin. Schon anstrengend in der dritten Startgruppe zu sein! Verflucht weiter Fußmarsch. Ok... vielleicht fahre ich in Zukunft doch den Start, dann kann ich dahin fahren. Wir haben noch ein wenig Unfug getrieben, und dann kam das übliche Gepfeife und die Durchsagen. Ich hab' Kai Glück gewünscht und mich getrollt.

 

Der Start: Kai kann den Platz erstmal halten, bleibt dann aber an 'nem M3 hängen, der ihn fast eine ganze Runde aufhält. Kais O-Ton zu dem Kollegen: „es gibt Leute, die gehören auf keine Rennstrecke. Ich habe dauernd überlegt... fahre ich ihm einfach in die Kiste? Aber dann dachte ich jedes Mal... dafür 500,- Euro ausgeben?“ Jetzt seht ihr, was ich meine. Trotzdem kostet der Markenkollege. Er kostet uns unterm Strich 20 Sekunden und 2 Plätze. Gut, noch nicht tragisch. Wir fahren hier ein 4-Stunden-Rennen. Wen interessieren die Platzierungen nach der ersten Viertelstunde? Und dann gab es da nochwas während Kais Turn... es gibt sogar ein Bild davon:

 

Ich hab' das Bild in der Original-Auflösung, ich weiss nicht, ob man es auf dem verkleinerten Foto erkennen kann? Kais Blick geht eindeutig zu dem Blinker, der noch an seinen zwei Kabeln hängt. Ich bin bereit zu wetten... das Auto ist noch nichtmal gelandet, da rechnet er schon, was der Blinker wohl kostet. Mir war Morgens im Zeittraining schon aufgefallen, dass der etwas locker war. Irgendwann hing er dann halt noch an zwei Kabeln. Die Kabel haben jedenfalls bis zum Stop gehalten. Apropos Stop. Eine zu früh. Kai sollte eigentlich 1 + 7, kam dann aber nach 1 + 6. Wieder ein praktisches Beispiel für den Sinn der fernmündlichen Kommunikation Box => Rennauto, Rennauto => Box. Wenn man sie denn hätte. Ich hoffe, dass wir beim nächsten Rennen endlich miteinander sprechen können! Markus übernimmt.

 

Tja... es wäre schön gewesen, wenn es denn so einfach und schnell passiert wäre. Ist es aber nicht. Der Stop sollte über 17 MINUTEN dauern. Nicht, um den Blinker festzukleben. Nö. Das war das geringste unserer Probleme. Lillifee war inkontinent. Die Prinzessin geruhte sich mit ihrem eigenen Öl zu besudeln. Dem Öl, dass eigentlich in ihr Differential gehört, 'ne banale Dichtung war kapputt. Der berühmte Cent-Artikel. Das beste dabei: die gleiche Dichtung haben die Jungs am Freitag Abend schon getauscht. Da verreckt uns das Drecks-Teil im Rennen nochmal! Ich stehe vor der Box und unterstütze die notleidende Tabak-Industrie als Hannes und Arnulf plötzlich rausgestürmt kommen und Wasser zapfen. Ich denke mir nix dabei. In unserer Box steht ein waidwunder Seat mit 'nem Kühler-Problem. Ich dachte das Wasser wäre für den. Ich sage noch zu den umstehenden „wird hoffentlich nicht für unser Auto sein“. Drehe mich um und sehe durch das Fensterchen im Boxentor Lillifees Lila-Pinke Stoßstange und das aufgebockte Heck. SCHEISSEIMQUADRAT! Unser Diff hat im Rennen konstante 140° Öltemperatur, das Wasser ist zur Kühlung der Handschuhe der Jungs die schrauben. AJ und Kolja liegen unterm Auto. Markus sitzt im Auto und schwitzt vor sich hin. In einer stehenden Mobilsauna wird es heiß. Sehr heiß. Und so verlieren wir Sekunde um Sekunde während Markus schmilzt. Irgendwann geht Markus raus und wir sind letzter in der V4. Mit eineinhalb Runden Rückstand. Ich könnte heulen!

 

Aber nun passiert, was in solchen Situationen nunmal passiert. Es geht um nichts mehr, Du bist ganz locker und hast einfach Spaß am Schnellen fahren. Und die Sekunden purzeln. Markus beginnt mit 'ner 10:13 und 3 Runden später folgt die 10:10. Gleich zweimal hintereinander. Wir betrachten am Notebook seine Zeiten und es scheint, er würde sich in einen Rausch fahren. Später erklärt uns Markus, dass da noch was geht. Er will damit sagen, dass es auch noch schneller geht. Ich mache mir eine geistige Notiz ihm irgendwann in der kommenden Woche mal ganz weise eine der alten Regeln des Rennsports mitzugeben: nach „vorsichtig“ kommt „mutig“ und nach „mutig“ kommt „ganz mutig“. Nach „ganz mutig“ kommt dann meist irgendwann „Bumm“ und „Aua“ und danach kommt wieder „vorsichtig“. Ein Art ewiger Kreislauf der leider Unsummen Geldes verschlingt.

 

Viel mehr hatte Markus später nicht zu berichten. Ölspuren, gelbe Flaggen... das Übliche halt. Ich war derweil damit beschäftigt schlechte Laune zu verbreiten. Ich war genervt. Ob der lausigen Dichtung. Und je schneller Markus gefahren ist, desto schlechter wurde meine Laune. Ich habe halt dauernd überlegt wo wir jetzt hätten liegen können „wenn“. Idiotisch, ich weiss. Aber so war's. Dann kommt meine Frau zu mir und lässt mich wissen, dass Markus das „Fuel In“ zu sehen bekommen hat und zur Bestätigung auch auf Start-/Ziel geblinkt hat. In 10 Minuten bin ich dran.

 

Markus kommt an die Box. Er raus, ich rein. Die Jungs schnallen mich an. Derweil erzählt mir Markus wo überall Öl liegt und gelbe Flaggen sind. Es wäre wohl schneller gegangen, wenn er mir einfach gesagt hätte wo nichts ist. AJ signalisiert, dass ich anlassen soll. Der lässige Griff an den Schlüssel... er dreht sich nicht. „Starten. Starte den Motor.“ Würde ich ja, wenn das Zündschloss nicht haken würde! Nach drei bis vier Versuchen dreht sich der Schlüssel und der Sechsender erwacht brummig zum Leben. „Nu' aber nix wie weg!“ Ich fahre.

 

Direkt in der Mercedes Arena ist mein Rennen auch fast schon wieder rum. In der Boxenausfahrt habe ich niemand in den Spiegeln gesehen, bei der Einfahrt auch nicht. Als ich in die zweite Links reinziehe ist da plötzlich ein Porsche. So schön die Spiegel des e36 M3 auch aussehen... man sieht in den Dingern zu wenig. Ich mache sofort wieder auf und entschuldige mich per Handzeichen. „War keine Absicht, Kollege! Puh... das war knapp!“ Nun erstmal den Rhythmus finden. Beim Rausfahren auf die Schleife merke ich, dass Heute ein guter Tag ist. Der Ärger ist verflogen, ich habe Spaß hinterm Lenkrad. Am Flugplatz noch kurz Björn, Heiko und Thomas gegrüsst und auf geht’s. In der ersten Runde schaue ich erstmal überall nach Öl und Trümmern, aber so schlimm wie Markus es mir bei der Übergabe beschrieben hat ist es nicht. Irgendwo (ich kann wirklich nicht mehr sagen, welcher Abschnitt es war) ist Doppelgelb, ein Staffelauto steht da und ein Posten kehrt. Ich bremse und sehe hinter mir den Kollegen wild die Karre abfangen. „Guten Morgen. Jetzt bist Du aber wach, oder?“ Im kleinen Karussell dann noch ein Gruß an Sabine und Runde 1 ist fast rum.

 

In meiner dritten Runde (so habe ich es zumindest im Gedächtnis) laufe ich auf den V3 e90 von Ulli Packeisen auf. Ich weiss nicht mehr genau wo, jedenfalls hat er mich erstmal geblockt. Auch juht. Wenn mich einer blockt, fahre ich halt etwas dichter auf und mache Druck. Mein Auto war deutlich schneller auf den Geraden und den Bergauf-Stücken. Irgendwann hat er es eingesehen und signalisiert mir nach der Ex-Mühle, dass ich vorbeifahren soll. Und tschüss. Jedenfalls bis zum Brünnchen. Ich mache vier schnellen Autos Platz, die offenbar im Infight sind, einer davon zögert und drückt mich am Eingang raus und plötzlich ist der e90 wieder vor mir. „AAARRRGGGHHH!“ Ich überlege, ob ich mich am Pflanzgarten Rechts daneben setze, beschliesse dann aber bis zur Döttinger Höhe zu warten. Da erledigt der Sechsender dann den Rest und vor der Hohenrain Schikane habe ich 50 Meter Vorsprung. Nächste Runde Adenauer Forst wieder das Spiel mit dem Platz machen und wieder hängt der e90 an meinem Heck. Bei sowas sieht man wirklich mal bildlich wieviel Zeit es einen kostet, wenn man an den falschen Stellen die Linie freigibt (in dem Falle in der Fuchsröhre). Ulli bleibt bis zur Ex-Mühle an mir dran aber dann ist er endgültig weg. War eigentlich ein spaßiges Duell, auch sehr fair. Schade nur, dass Ulli eindeutig die stumpfere Waffe hatte. Der V3 e90 hat gegen den V4 e36 nicht wirklich eine Chance. Irgendwann während des „Duells“ mit Ulli müssen wir wohl den Vorletzten unserer Klasse überholt haben und damit waren wir zumindest nicht mehr letzter in der Wertung der V4. Immerhin etwas.

 

Das war's dann... mehr gibt es nicht zu berichten. Achso... doch... eins noch eigentlich wollte ich Daniel noch grüßen, der mir am Vorabend gesagt hatte, dass er Dienst in der Spiegelkurve macht. Aber wenn ich ganz ehrlich bin: mir geht da jedes Mal beim Reinfahren derartig das Hinterteil auf Block (meins, nicht das von Lillifee), dass ich die Hände lieber am Lenkrad lasse. 'tschuljung!

 

Es war ab da ein ereignisloses Rennen. Trocken (weil ich mein Camel-Bakk zuhause vergessen hatte) aber ereignislos. Nach 7 Runden war mein Rennen dann rum. Ich bin konstante, tiefe 30er Runden gefahren und habe zum ersten Mal 'ne 29er geschafft. Da geht auch noch mehr, aber ich war trotzdem mit mir zufrieden. Kai meinte später, ich hätte die Klassengegner hinter mir auf gleichem Abstand gehalten.

 

Zielflagge und Schluss. Einfahrt in den Parc-Fermé, Lillifee abstellen und aussteigen. Lächelnd. Trotz der mistigen Dichtung hat das Rennen Spaß gemacht. Ich war ganz gut, Lilli war gut und das neu-gefundene Fahrer-Team hat Potential für mehr. Also: warum rumheulen?

 

Am 12.06. T&E und am 13. werden wir wieder angreifen. Dieses Mal hoffentlich mit einer gut aufgelegten Prinzessin, die auch ganz dicht ist. Bis dahin wünsche ich allen, die die 24-Stunden fahren viel Glück, den Teams Derscheid und Obermeier den Klassensieg und allen Fans ein spannendes Rennen ohne taktischen Firlefanz!

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