Kai vor dem Vizemeister 2009
Kai lässt richtig fliegen
Und nochmal Kai
Markus übernimmt
Markus nutzt jeden Millimeter
Gesamtkunstwerk Lillifee
Conny auf Angriffskurs
Nochmal der Chef
P2 oder nicht P2?
Peter zum Schluß
Seitenansicht
Kurz vor Schluß
Wir sehen uns in 2010!

Die Bilder im Bericht sind von Patrick Funk (http://www.vln-pix.de), Markus Zander (http://www.zms-picture.de) und Martin Berrang. Danke dafür!

 

Wie die Jungfrau zum Kinde...

 

Eine Woche ist's nun her das Saisonfinale. Schön war's! Ich war da. Diesmal nicht nur zum gucken, nein. Ich durfte rennen. Mit Lilli. Ganz spontan. Wie es dazu kam? Es war so...

 

Ich juckele Freitag so gen Ring. Komme direkt aus der Stadt der Coffee-Shops und der Grachten, war da auf 'ner Messe. Noch nichts ahnend vom weiteren Verlauf des Wochenendes. Ich freue mich auf meine persönliche Saisonabschlußfahrt mit Lillifee. Ich fahre Heut' Passagiere und teste (gebrauchte) 17“ Yokos, weil ich Kai einen Satz abschwatzen konnte. Eigentlich wollte ich dann Morgen das Saisonfinale schauen... aber das wird nichts werden. Die nächste Messe in Dänemark ruft und irgendwann braucht man auch mal Ruhe. Also ist der Plan für Samstag eigentlich Couch-Potatoe mit eingesprungenem Live-Stream. Ich habe mit der Saison abgeschlossen. Nun freue ich mich einfach auf die letzten Meter des Jahres mit Lillifee, freue mich darauf noch ein paar nette Gäste kennenzulernen, ein paar der Menschen nochmal zu treffen, die mir am Ring ans Herz gewachsen sind und die Jungs vom Team nochmal zu sehen. Ganz allgemein: noch ein wenig Unfug erzählen, bevor das Rennfahrerle in mir in den Winterschlaf geschickt wird. Das Wetter ist schön, die Temperaturanzeige im Zossen zeigt konstante Werte jenseits der 10°+. Herz, was willst Du mehr? Gut... die schwarzen Wolken sobald ich Richtung Ring abbiege stimmen etwas nachdenklich... aber egal. Heut' fahre ich auch im Regen mit einem Grinsen!

 

Ich parke und mein Hand-Ei klingelt. Conny, der Teamchef ist dran. Ich soll dran denken, dass es Heute schon um 15:00 Uhr losgeht. Ah ja. Wusste ich nicht. Ist aber auch egal, ich bin ja schon da. Ich packe meinen Kram und trotte zum LKW. Lillifee schiebt nekisch ihren wunderschönen Hintern aus dem Boxentor. „Ja, meine bayuwarische Schönheit, kein anderer der seelenlosen Blechwürfel hier kann es mit Dir aufnehmen!“ Es ist schön wieder hier zu sein! Alle strahlen mich an. Ja, ich habe Euch auch alle vermisst! Ist irgendwie anders, wenn man den Helm und den Strampelanzug dabeihat als wenn man nur den Renn-Groupie macht. Markus berichtet, dass unsere treue Lillifee außer einem herausgesprungenen Lager in der Lenksäule nach dem 6-Stunden-Rennen völlig unversehrt war. Ein unglaubliches Autochen! Seitdem wir das Problem mit dem geschmolzenen Kat aussortiert hatten, lief Lilli wie das sprichwörtliche Uhrwerk. Und das, obwohl wir sie ganz sicher nicht geschont haben. Da können mir andere gerne mit weisen Sprüchen wie „die alten e36 haben keine Chance mehr“ kommen. Die Autos laufen. Und trotzdem ist Lilli schnell. Sie ist keine Zeitenjägerin für's Quali... daher mussten wir das Feld in dieser Saison immer von hinten aufrollen. Aber sie ist eine Bank in jedem Rennen, einfach und entspannt schnell zu fahren, ideal für den Langstreckenpokal. Nicht ein Defekt UND noch bezahlbar! Ein ganz wichtiger Punkt, auch wenn immer mehr Serienwagen-Teams das in ihrem Aufrüstungswahn zu vergessen scheinen. „Wir beide werden Heute nochmal Spaß haben und dann gehst Du in den Winterschlaf. Nächstes Jahr greifen wir wieder an, versprochen!“ flüstere ich ihr zu, während ich zärtlich über ihr Lenkrad streichele. Sie sieht gut aus, wie sie da so auf den geliehenen 17-Zöllern steht. Ich seufze. Es wird ein langer Winter! „Gut... reiss Dich zusammen, die Jungs gucken schon.“

 

Es folgt der übliche Ablauf. Papierabnahme für die Fahrer, Gäste begrüßen, Papierabnahme mit den Gästen, ein paar Worte zum Auto und zum Verhalten im Auto und im Notfall. Dann wird’s Zeit, den Feuerfesten rauszukramen. Irgendwie rennt Heute die Zeit... ist wohl die fehlende Stunde. Ich steige ein. Kuschelig hier. Mein erster Gast wird angeschnallt und wir rollen vor bis zur Ampel. Wir warten ca. 10 Minuten und dann schaltet die Ampel auf Grün. Ich grinse als die kalten Yokos durchdrehen. 2 Runden GP um Temperatur in die Reifen zu bekommen und dann folgen die tollsten 20.832 Meter Asphalt, die ich kenne. Das Grinsen wird breiter. Mal sehen ob ich mich noch erinnern kann wo die Strecke lang geht. Die Yokos sind gut. Mit jedem Meter beissen sie mehr. Sie sind nicht so hoch wie die 17“ Michelin, daher passt die Übersetzung besser. Das Auto ist nicht wesentlich anders zu fahren als auf den Michelin Slicks... mit einem Unterschied. Das Einlenkverhalten ist gewöhnungsbedürftig. Lilli reagiert mit einer leichten Verzögerung auf Lenkbefehle. Daher lenkt man automatisch mehr ein als man eigentlich muss und muss dann wieder aufmachen. Aber man kann sich daran gewöhnen. Auf jeden Fall merkt man die breiteren Reifen, man kann mehr Geschwindigkeit mit durch die Ecken nehmen. Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist man so sicher schneller, als auf den schmaleren 15 Zöllern. Kurz und gut... Spaß pur! Wir braten Eingang Hatzenbach an 'nem Taxi-e30 vorbei, der sauber Platz macht. Ja... ich bin zuhause! Lilli brüllt ihre Freude aus dem M3 Doppel-Endrohr. So rollen wir beide genüsslich um die Schleife. Unserem Gast hat's gefallen, er bedankt sich und ich fahre weiter. Die restlichen Gäste „gehören“ einem anderen VLN-Team. Die hatten zuviele Buchungen, ich hatte noch Platz. Symbiose nennt man das in der Biologie, wenn ich mich recht entsinne. Oder eben einfach „VLN-Familie“. Danke nochmal an das betreffende BMW Team! Gerne wieder! Nun fahre ich deren Gäste. In der vorletzten Runde räume ich fast einen e36 Kollegen aus der SP ab. Aus dem Karussell beschleunige ich ihn aus... bin an seinem Heck... er wirkt unsicher. In dem Linksknick bleibt er weit aussen. „Danke für's Platzmachen, Kollege!“ Aber als ich innen neben ihm bin, lenkt er in mich rein und ich muss auf's Gras. Ok... hat noch gepasst... aber ich merke, wie mein Passagier ausatmet. Nun ja... auf der Rennstrecke reichen auch Millimeter. Ich grinse. Meine letzte Runde und ich fahre wieder zu unserer Box. Das war's. Markus fährt noch zwei und dann soll eigentlich Schluß sein. Conny entscheidet sich die 17 Zoll mal selber zu testen. Gut, soll mir Recht sein. Er kommt zurück und strahlt. Wie einfach das Auto zu fahren sei und wieviel Spaß es machen würde. Dem kann ich nur stolz grinsend zustimmen. Schade, dass das ideale 24-Stunden-Auto da nicht mehr erwünscht ist. Aber ganz ehrlich... wer nicht will, der hat schon. Mittlerweile ist es mir wurscht.

 

Ich begrüße Kai, der ist den Compact gefahren. Markus, Conny und er starten damit Morgen beim Rennen. Aber irgendwas ist mit dem Auto. Die Hinterachse hat wohl ein Eigenleben und keiner weiss so Recht woran es liegt. Die Compäkte gehören an sich schon einer eher zickigen Gattung an, mit selbstlenkender Hinterachse kann ich mir ungefähr vorstellen wie schnell man feuchte Hände bekommt. Aber... macht ja nix. Sind noch genug Autos vom Team da. Zur Not wird 318 gefahren. Wo ist der eigentlich? Was zu dem Zeitpunkt noch keiner von uns wusste...  der sah nicht mehr ganz taufrisch aus. Mild untertrieben. Weinerliche Gemüter hätten etwas von „Kernschrott“ erzählt. Der Einschlag hat gereicht, die Heckscheibe platzen zu lassen und BMW Heckscheiben halten was aus! Fahrer ok, Auto nicht einsatzbereit. Ich war zu dem Zeitpunkt dabei zusammenzupacken, wollte Heim zu Liane. Es war ein schöner Tag, ein schöner Abschluss mit Lilli und dem Team, nun ist aber auch gut. Da kommt Conny zu mir. „Lass uns mal reden.“ Ok. Wir gehen ein paar Schritte.

 

„Hast Du Lust Morgen das Rennen zu fahren?“ Ich lache. „Die Frage stellst Du mir nicht ernsthaft, oder?“ Wir haben uns ziemlich schnell geeinigt und somit für ein wenig Last-Minute-Orga gesorgt. Ich brauchte ein Zimmer, schliesslich wollte ich ja eigentlich schon fast zuhause sein. War aber eine SMS später kein Problem mehr, Frank Hirsekorn vom Ringhaus sei Dank! Um-nennen. Conny, Markus und Kai vom Compact auf Lilli und mich dazu. Gut... wir waren einer mehr als hätte sein müssen. Lilli tankt nunmal blos zweimal und somit hat ein 4-Stunden-Rennen drei Stints, keine Vier. Der Klassensieg war also eher unwahrscheinlich, aber egal. Einmal ging's um den Spaß und zum Zweiten natürlich darum die 17 Zöller unter Rennbedingungen zu testen. Schliesslich macht es keinen Sinn, bei der Test- und Einstellfahrt 2010 damit anzufangen. Die Jungs haben in der Zwischenzeit den Grill angeworfen und ich sitze blöde lächelnd im LKW. „Geil!“ Mehr Gedanken sind da nicht. Na gut... einer noch. „Wie mache ich das Liane klar?“ Hmmm... Alle um mich herum witzeln aber irgendwie weiss ich, dass Liane es verstehen wird. 'tschuldigung, aber ich konnte nicht anders! Bis sie es erfährt ist es Mitternacht und ich schlafe eigentlich schon. Liane hat Zeitnahme beim Rallyesprint unseres Vereins gemacht und ist erst spät zuhause. Blöderweise zickt ihr Hand-Ei. Und so klingelt mich meine eigene Festnetznummer aus dem Schlaf. Na ja... eher Halbschlaf. Die Vorfreude hält mich semi-wach. Ich hatte Recht, sie versteht's. Eine Bedingung gibt es: „lass unsere Lillifee ganz.“ „Klar, Scheffin, hatte ich eh vor!“ Dann schlafe ich doch noch ein.

 

Am nächsten Morgen bin ich zu früh im Fahrerlager. Mit Muskelkater in den Mundwinkeln. Wir sprechen nochmal kurz über die Taktik für's Training und stellen um. Ich gehe als erster raus und mache den Pfadfinder, schaue ob feuchte Stellen da sind. Dann geht Kai auf Zeitenjagd, der übergibt an Conny, der macht zwei um sich einzuschiessen und zum Schluss folgt Markus... der soll uns quasi auf die Pole fahren. So der Plan. War aber nix. Mein primärer Auftrag war „Auto ganz lassen“. Ist nicht ganz einfach, wenn Du kalt auf Schlickes raus musst und zwar weisst, dass Wasser ist, aber nicht wo. Dementsprechend bin ich null Risiko eingegangen. Na ja... fast Null. Beim Warmwedeln (Ihr erinnert Euch an Kais Begriff des „Vollstreckenbreitwedlers“?) hätte ich fast ein anderes Auto abgeräumt. War ein kleines Missverständnis zwischen uns beiden. Ging aber nochmal gut. Nach mir dann Kai. 10:17. Conny, keine Verbesserung. Markus probiert es nochmal, auch knapp vorbei. Wie ich schon geschrieben habe... Lillifee ist nunmal keine Zeitenjägerin. Sie ist eben Langstreckentier durch und durch. P10 von 15. Auerha. Wir stellen aber noch etwas anderes fest... der Sturz Vorne passt für die Yokos nicht. Daher wohl auch unsere Probleme beim Einlenken. Es ist eben ein Test und wir sind noch 'n gutes Stück davon entfernt die Reifen optimal zu nutzen. Nichtsdestotrotz sind wir fast so schnell, wie auf 15“. Da geht noch was... die Erkenntnis ist die Hauptsache! Wir blödeln ein wenig rum und legen endgültig die Reihenfolge der Turns fest. Kai fährt den Start, Markus zwei, Conny drei und ich den Schluss. Ich will die letzte Runde der Saison fahren und will alle nochmal grüßen! Das hat bisher nie geklappt. Letztes Jahr Unfall, vorletztes Jahr haben sich die Antriebswellen verabschiedet und in der ersten Saison war auch irgendwas. Dieses Mal ist es soweit. Mit dem Fahrerteam habe ich da nicht die geringsten Zweifel dran. Jeder von uns fährt mit Hirn, die anderen drei auch dazu noch schnell und keiner von uns gehört in die Kategorie „Materialmörder“. Und dann ist da ja noch Lillifee... Madame Zuverlässigkeit. Das wird! Kai fährt in die Startaufstellung. Markus, Daniela und ich laufen zu ihm. Noch ein bischen Blödsinn machen, auch mit Michael Flehmer und Rolf Derscheid, die unseren Windschatten haben. Macht immer wieder Spaß dieses Rumblödeln am Vorstart. Irgendwann kommt das „Helfer raus“, wir alle wünschen Kai und dem Team Derscheid Glück und verkrümeln uns in die Box.

 

Kai legt vom Start weg wie gewohnt los. Er hängt erstmal die V2 ab, immer ganz praktisch, wenn man alle seine Stoßstangen behalten möchte. V2 Fahrer kalkulieren den eigenen Bremspunkt nicht selten unter Zuhilfenahme der Stoßstange des Vordermanns. Aua! Gut... die waren weg. Auch den anderen e36 aus der V4 hat er erstmal sauber abgehängt. Insgesamt hat Kai 4 Plätze gut gemacht und in seiner fünften Runde unsere Tagesbestzeit von 10:11 markiert. In der Box macht das Wort „Pokalkurs“ die Runde. Ich versuche die Euphorie ein wenig zu beruhigen. Wir haben keine ralistische Chance auf einen Pokal wenn andere Teams keine Probleme bekommen und die wünsche ich niemandem! Der Stop mehr wird uns ca. 2 Minuten kosten und dafür ist die V4 zu eng zusammen. Kai bleibt wie geplant eine Stunde draussen und übergibt mit einem Top-Stop an Markus.

 

Der legt auch gleich wieder mächtig los, kommt allerdings nicht ganz an Kais Tagesbestzeit heran. Insgesamt scheint Lillifee auf den 17 Zoll Yokos einen Tick langsamer zu sein, als auf den 15 Zoll Mischelläng aber wie gesagt... wir stehen mit den Reifen ganz am Anfang. Erstaunlich ist Heute, dass Markus nicht telefoniert. Tut seltsamerweise keiner von uns. Gut... Conny kann nicht. An so'n neumodischen Kram wie Sprechanlagen glaubt er ja nicht, daher ist er eh der fahrende Einsiedler. Kai hat nicht, Markus hat nicht und ich auch nicht, obwohl wir gekonnt hätten. Markus kommt bis auf P4 vor, dann verlieren wir bei seinem Stop auf Conny aber wieder Plätze. Wieder ein klasse Stop und der Chef höchstselbst ist unterwegs. Mit super Zeiten (wir hätten auch alle heftig gelästert, wenn dem nicht so gewesen wäre) fährt er uns bis auf P2 nach vorne. Ich habe es nicht selbst auf dem Zeitenmonitor gesehen, aber Markus hat Stein und Bein geschworen, dass dem so war. Gut... wenn er das sagt. Ich mache mich fertig.

 

Diesmal herrscht bei mir pure Freude vor wo letztes Mal Nervosität pur war. Das Auto kommt rein, Conny raus und ich steige ein. Ja... äähhh... theoretisch jedenfalls. Ein Gewurschtel sondergleichen bis ich im Auto bin. Ich verstehe die Welt nicht. Als ich sitze, weiss ich allerdings sofort wo das Problem ist. Die Jungs haben auf Anweisung von Conny den Sitz verstellt. „Da kann ich so nicht drin sitzen.“ Blöderweise hat mir das niemand gesagt und noch blödererweise haben wir auch vorher nicht probiert ob das passt... ob mein Modellkörper da noch einzufädeln ist. Das Gewürge und Gewurschtel hat genau 'ne Minute länger gedauert als die anderen Stops. Keine Schuld des Teams. Fällt einfach unter das Kapitel: Kommunikationsproblem unter den Fahrern. Blöd ist, mir ist sofort klar, dass ich so nicht wirklich fahren kann. Der Sitz ist Vorne höher und insgesamt nach hinten gekippt. Kais Einstellung war die Grenze, mit der Einstellung jetzt komme ich überhaupt nicht klar. Nach fünf Minuten im Auto habe ich brechende Kopfschmerzen und noch zwei Tage später einen höllischen Muskelkater von der völlig verkrampften Sitzthaltung. Mein lieber Conny: mich wundert nicht, dass Du bei der Sitzhaltung im Auto immer Rückprobleme bekommst! Ich hatte die auch! Der Grund des Umbaus... Connys Helm hakt sonst am HANS. Ja, is' klar. Weil der Reissverschluss an 'ner Jacke klemmt, baue ich den Schrank um. Sinnig und völlig logisch. Ich fahre mit einem riesen Hals aus der Box. Derweil bekomme ich noch nasse Schuhe, weil die neu gekaufte Wasserflasche sich gerade selbsttätig in den Fußraum entleert. Mein patentiertes Trinksystem ist daheim, schliesslich wollte ich ja gar kein Rennen fahren. Mein Hals wird noch dicker! Nun kann man solche Gefühle bei 'nem Rennen ja sogar positiv nutzen und in Hammer Zeiten ummünzen. Man kann das vielleicht, ich nur leider nicht. Ich stehe mir dann selber im Weg rum und gurke eine Sch... sondergleichen zusammen. Daher meine suboptimalen Rundenzeiten. Ich war min. 15 Sekunden zu langsam. Konstant, in meinem gesamten Stint. Nach der dritten Runde hab ich dann beschlossen von meiner Palme wieder runterzukommen. Es muss so um den Zeitpunkt gewesen sein, als ich an der 556, dem 190er Daimler aus der Box nebenan vorbeigekachelt bin. Nicht ob meiner fahrerischen Leistung, sondern weil die Jungs einen Platten hatten. Ich bin Ausgang Hatzenbach an ihnen vorbei und da musst Du noch viele Meter schleichen, bis Du zum Reifenwechsel wieder an der Box bist. Schade für's Team! Für uns war's ein Platz nach Vorne. Von P8 auf P7. Das sollte es dann auch gewesen sein. Hätte ich gewusst, dass der Black Falcon e90 mit der 551 nur ca. 40 Sekunden Vorsprung hatte, hätte ich mich wohl nochmal angestrengt. Aber das wusste zu dem Zeitpunkt keiner im Team... weil die detaillierte Zeitnahme mal tat und mal nicht. Und wenn sie tat, waren die Zeiten drei Runden alt. Es wäre schön, wenn WIGE uns kleinen Teams da in der nächsten Saison einen funktionierenden Service bietet. Gerne auch gegen eine VERNÜNFTIGE Gebühr. Wir haben nunmal nicht die Leute, dass wir alle Autos in unserer Klasse stoppen können! So bin ich also vor mich hingefahren... hab' angefangen es zu geniessen und habe aufgehört mit der Brechstange rumzufuchteln. Blöd für den Rennbericht... es war völlig ereignislos. Ausser der Sache mit dem Blinker natürlich. Der hat sich so ca. 3 Runden vor Schluss auf der GP Strecke verabschiedet. Flatterte munter am Kabel über die Haube... drei Kurven lang. Dann war er weg. Ansonsten... diverse Unfälle und Gelbphasen... aber sonst ereignislos. Es hat einfach Spaß gemacht! Bis auf eine Begegnung der dritten Art mit einem Porsche. Ausgang Hatzenbach. Ich bleibe Links, dass er auf der Ideallinie vorbei kann. Er hält voll auf mich zu. Hätte ich nicht im letzten Moment Lilli nach Rechts gerissen, wäre er stumpf in mein Heck eingeschlagen. Keine Ahnung, was das sollte! Völlig hirnirissig! Aber wenn ich mir die bewegten Bilder der Unfälle des Rennens anschaue, dann scheinen ja einige der Herrschaften auf den Donnerbolzen der Meinung zu sein, dass andere Autos sich grundsätzlich in Luft auflösen, wenn sie kommen. Da wird an völlig idiotischen Stellen mit Gewalt überholt und hinterher noch gejammert wenn's knallt. Mein Vorschlag: die VLN soll eine Strafliste einführen. Alle Fahrer, die an einem Unfall beteiligt sind, egal ob schuld oder nicht kommen da drauf. Passiert es ein zweites Mal, haben sie ein Rennen Pause. Passiert es danach nochmal, dürfen sie mal drei Rennen pausieren. Ich bin nämlich hoffentlich nicht der Einzige, dem auffällt, dass es häufig dieselben Autos/Fahrer sind, die mit merkbefreiter Fahrweise glänzen. Übrigens... wo ich gerade dabei bin... auch für die Herren aus dem Race Camp gilt Gelb, oder? Der Manthey Porsche schafft es hinter mir zu bleiben, aber die OPC Superstars nicht. So muss das, Jungs! Glückwunsch! Da wird konsequent die nächste Generation der Renn-Rüpel herangezogen.

 

Irgendwann wird mir dann klar, dass das hier jetzt die letzte Runde ist. Leider erst so ab der hohen Acht. Und ich fange an zu grüßen. Ich gestehe... ich bin kein Edgar Dören. Es gibt Ecken, die schaffe ich nicht einhändig. Ich habe mich schon immer gefragt wie er das früher gemacht hat. Ich bin deswegen nicht langsamer gefahren... denn die Nummer halte ich für lebensgefährlich und ich habe auch keinen Moment meine Spiegel aus den Augen gelassen. Aber trotzdem war es schön zu sehen, wie viele der Posten sich über den Gruß gefreut haben! Diese Runde war etwas Besonderes! Klasse fand ich nach der Zieldurchfahrt die Mädels Ausgangs Haug-Haken in den Weihnachtsfrau-Kostümen. Nein, Sabine... ich verrate nicht wer gemeint ist. Und so rolle ich in den Parc-Fermé und parke Lillifee zum letzten Mal in dieser Saison. Ich streichele ihr Lenkrad. „Gut gemacht, Prinzessin! 'tschuldigung wegen dem Blinker!“ Und dann versuche ich mich aus dem Auto zu operieren. Wundert mich nicht, dass ich nicht reingekommen bin. Der Sitz steht so bescheuert, dass ich nicht mehr rauskomme! Der Neigungswinkel des Kopfes wird durch das HANS eben eingeschränkt. Dann ist da das Polstermaterial am Käfig, das die Bewegungen zusätzlich erschwert. Es war echte Millimeter-Arbeit da raus zu kraxeln. Hat auch 'ne Weile gedauert. Na ja... irgendwann war's geschafft. Kai und seine Freundin haben mich in Empfang genommen und sind mit mir zurück zur Box. Dort der Dank an alle und die Frage in die Runde wer, warum an meinem Sitz rumgeschraubt hat. Gut... zu dem Zeitpunkt konnte ich mit dem Team drüber lachen.

 

Das war's. Das letzte Rennen der Saison 2009. So... ich entschuldige mich schonmal, aber das muss jetzt sein! Ein Dank geht an meine Sponsoren: die DA Capital Group, fetra transportgeräte, das Autohaus Matthes, das Ringhaus und an SoftVision Development, ohne die nichts davon möglich gewesen wäre. Ein weiterer Dank geht an alle meine Mitfahrer in dieser Saison: Markus, Kai, Einar und Conny. Es hat einen riesigen Spaß mit Euch gemacht, Jungs! Dankeschön und ich hoffe auf möglichst viele Wiederholungen! Ein Dank geht natürlich ans Team Hoffmann Motorsport für den besten und schnellsten e36 325 der V4! Ein mehr als verdienter Dank geht an alle Orgas, die unsere Rennen erst möglich machen. Egal ob in der Rennleitung oder draussen an der Strecke auf ihren Posten. Danke, dass Ihr da seit, Eure Freizeit opfert und häufig genug Euren Ar... riskiert! Und... ein Dank an den Rest der VLN Familie... unsere Boxenmitbewohner, die extrem fairen Gegner in der V4, die Fans... einfach Euch alle. Ich freue mich darauf alle im nächsten Jahr wohlbehalten wiederzusehen! Ja, Lillifee wird wieder fahren, versprochen! Es wäre eine Schande so ein schnelles, saugutes Auto nicht mehr einzusetzen! Sollen andere mit Neuwagen kommen, wir verdreschen sie weiter mit einem Modell der besten Dreier-Baureihe aller Zeiten! Und... ein Dank muss noch sein! Der geht an meine Frau. Einmal dafür, dass sie Lillifee neben sich akzeptiert und zum anderen dafür, dass sie alle meine Verrücktheiten mitmacht. Danke mein Schatz!

 

Wir sehen uns zur Rennsportsaison 2010 auf der tollsten Rennstrecke der Welt!

NEXT EVENTS 2009

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